Heinsberg: Jennifer Peters hat Hobby zum Beruf gemacht

Heinsberg : Jennifer Peters hat Hobby zum Beruf gemacht

Wer kennt sie nicht, die 14-jährigen pferdeverliebten Mädels. Oft reicht es nur für eine kurze Schwärmerei.

Allerdings kann daraus wie bei Jennifer Peters aus Porselen auch eine Leidenschaft, sogar ein Beruf werden.

Jennifer Peters, die von allen eigentlich nur Jenny gerufen wird, ist die rechte Hand des Betriebsinhabers Armin Scheuvens vom Reitsportzentrum Pütt.

Ausgebildete Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt Reiten ist die 23-Jährige. Im Juli legte sie vor der Deutschen Reitschule in Warendorf ihre Prüfung ab. „Natürlich brillierte sie in ihrer Paradedisziplin Springen mit der Note 1,7”, zeigt sich auch Armin Scheuvens sichtlich zufrieden mit seiner jungen Mitarbeiterin, die durch Marcel Wolf ausgebildet wurde.

Zwar hat sie mittelfristig schon das Ziel der Pferdewirtschaftsmeisterin anvisiert, will sich aber zunächst der Praxis widmen.

Sie bleibt als Angestellte dem Betrieb erhalten. Zusätzlich wird sich die 23-Jährige ein eigenes freiberufliches Standbein schaffen: Beritt, die Ausbildung junger Pferde, das Vorstellen fremder Pferde, das Unterrichterteilen in Dressur und ihrer Paradedisziplin Springen hat die junge Dame fest im Blick.

Dabei war die eigene Ausbildung kein Zuckerschlecken. Zwar besteht grundsätzlich eine Fünf-Tage-Woche. Hinzu kamen jedoch an über 30 Wochenenden im Jahr Turnierteilnahmen. Eine Berufsausbildung, die „die ganze Frau” fordert.

Die Theorie wurde im Rahmen des Berufsschulunterrichtes in Köln vermittelt. Neben den üblichen Themen, über die die Landwirtschaftskammer Rheinland wacht, wird fachspezifisch neben Zucht, Haltung, Pflege und Fütterung natürlich auch Reitlehre unterrichtet.

In der Praxis hieß es dann, um 7.30 Uhr Fütterung mit anschließenden Stallarbeiten. Etwa vier Stunden täglich folgten Beritt und ungefähr zwei Stunden Unterrichterteilung in Theorie und Praxis.

Hinzu kamen noch die üblichen Tätigkeiten wie Sattelpflege, aber auch die Mitarbeit bei der Stroh- und Futterernte des Ausbildungsbetriebes.

Dass Jenny für sich den richtigen Beruf gewählt hat, ist wohl unbestritten: Sie liebt das Reiten. Als 15-Jährige bekam sie, da das eigene Pferd erkrankt war, von einem anderen Einstaller „Said”, einen neunjährigen Fuchswallach, einen Trakehner, für Springprüfungen der leichtesten Klasse E zur Verfügung gestellt.

Innerhalb von zwei Jahren hat sie diesen bis zur Klasse S, der höchsten der sechsstufigen Skala, hochgeritten. Dass das kein Zufall war, bestätigt auch „Leon”, den Jenny bereits im dritten Jahr reitet und innerhalb eines Jahres wiederum in die höchste Stufe „S” geritten hat.

In diesem Jahr konnte sie sich mit Leon auf dem Turnier in Ratheim den dritten Platz hinter Helena Weinberg und Marc Piasecki sichern. Wenn das keine gute Basis für den Start ins selbstständige Berufsleben ist!