Hückelhoven: Jansen sieht Perspektiven trotz leerer Kassen

Hückelhoven : Jansen sieht Perspektiven trotz leerer Kassen

Der Stadt Hückelhoven drückt - wie fast jeder Gemeinde - der Schuh, und zwar im Bereich Finanzen. Die Kassen sind in der ehemaligen Zechenstadt so gut wie leer, was den politischen Gestaltungsraum stark einengt.

Dennoch sieht der stellvertretende Bürgermeister Bernd Jansen noch genügend Möglichkeiten, wie die Stadt ihre Chancen nutzen kann.

„Wir müssen selbstverständlich in Zukunft Prioritäten setzen”, erklärte Jansen in einem Gespräch mit der Erkelenzer Volkszeitung. Und eine Priorität heißt für den Vorsitzenden des Bauausschusses „Wildauer Platz”.

Ziel der Christdemokraten ist es, ein attraktives Zentrum entstehen zu lassen. „Wir wollen hier eine Verknüpfung mit der Innenstadt herstellen. Auch Karstadt wird in diese Planungen einbezogen werden”, betonte Jansen.

Das Thema Innenstadt wird die CDU in Hückelhoven noch lange beschäftigen. Denn auch der evangelische Friedhof soll zu einer Parkanlage umgebaut werden. „Im kommenden Jahr laufen die Liegezeiten für die letzten Gräber aus. Die Bürger wünschen sich eine Parkanlage, dann würde auch die Friedhofsmauer verschwinden, die derzeit entlang der Parkhofstraße zu sehen ist”, erläuterte der CDU-Politiker weiter.

Die Stadt führt zurzeit Gespräche mit dem Presbyterium. Aber nicht nur die Umgestaltung des Zentrums ist für die CDU wichtig, sondern auch eine Veränderung der Einstellung vieler Bürger zu Hückelhoven.

„Die Kaufkraftabwanderung ist in Hückelhoven sehr groß. Es wäre wirklich sehr hilfreich, wenn sich die Bürger stärker mit ihrer Stadt identifizieren würden. Deshalb wäre eine Neugestaltung des âWildauer PlatzesÔ mit Cafés sehr vorteilhaft”, so der Christdemokrat.

Kritik übte Jansen am SPD-Fraktionsvorsitzenden Willi Spichartz. Dieser hatte dem EBV bei der Vermarktung des Zechengeländes Stagnation vorgeworfen. „Das stimmt einfach nicht. Es gibt keinen Stillstand. Der EBV ist ständig bemüht, Interessenten für das Zechengelände zu finden. Es werden laufend Gespräche geführt”, betonte Jansen.

Um jedoch etwas konkretes sagen zu können, sei es noch zu früh. Denn zu allererst müsse eine vernünftige Rahmenplanung geschaffen werden.

Eine Prioritätenliste will die CDU demnächst auch für die Baugebiete vorlegen. Die Verwaltung hat den Fraktionen mittlerweile eine Aufstellung zukommen lassen, welche Baugebiete es derzeit im Stadtgebiet gibt und welche Möglichkeiten bestehen, Baulücken zu schließen.

„Wir müssen sparen und das fängt bei der Wohnbebauung an. Wenn Baugebiete von Bürgern nicht angenommen werden, dann ist es sinnlos, in solchen Bereichen Investitionen zu tätigen”, erklärte der Vorsitzende des Bauausschusses.

Ein weiteres Problem, dass der CDU unter den Nägeln brennt, ist die Kindergartensituation in Ratheim. Dort fehlen 90 Kindergartenplätze. „Hier führt die Verwaltung Gespräche und sucht ein Grundstück sowie einen Träger für einen Kindergarten”, führte Jansen aus.

Ein heikles Thema - gerade bei knappen Kassen - stellt die Modernisierung der Schulgebäude dar. Rund 50 Millionen Euro will die Stadt in den nächsten Jahren investieren, in das Gymnasium, aber auch in die anderen weiterführenden Schulen und Grundschulen.

„Hinsichtlich der finanziellen Situation bin ich dafür, dass wir einige Maßnahmen strecken. Das ist sinnvoll”, betonte der Kommunalpolitiker.

Noch keine großen Gedanken haben sich die Christdemokraten über einen möglichen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2004 gemacht. Sicher ist, dass Werner Schmitz aus Altersgründen nicht mehr kandidieren wird. Eine Entscheidung will die CDU Ende 2003 treffen.