Hückelhoven: Ivo Riedel verliert spektakuläre Außenwette knapp

Hückelhoven : Ivo Riedel verliert spektakuläre Außenwette knapp

„So viele Zuschauer!” Thomas Gottschalk war beeindruckt, als er am Samstagabend aus dem österreichischen Graz live zur Außenwette nach Hückelhoven schaltete.

„Bei Euch ist die Hölle los”, freute sich der Moderator von „Wetten, dass..?” angesichts des Jubels von über 5000 Menschen auf dem ehemaligen Zechengelände an Schacht 3.

Sie fieberten wie die 14,69 Millionen Fernsehzuschauer mit Bodyflyer Ivo Riedel aus Brachelen. Doch zum Gewinn der Wette konnten auch sie ihm nicht verhelfen.

Vier Minuten dauerte der verzweifelte Kampf von Ivo Riedel, doch der Reifenwechsel fliegend in sieben Meter Höhe an einem Smart Roadster scheiterte. Nicht etwa, weil vergessen worden war, die Handbremse ganz fest anzuziehen.

Diese erste Vermutung von Ivo Riedel erwies sich als falsch. Die Radtrommel saß bombenfest. Aber vielleicht waren doch einfach zu große Nervosität und nachlassende Kraft die ausschlaggebenden Hürden, die dem Wetterfolg im Wege standen.

Bereits bei der Generalprobe am Vorabend hatte Ivo Riedel „passen” müssen. Der Rucksack mit der Technik für die Helm-Kamera hatte ihn da behindert.

„Lass den Rucksack einfach weg”, riet Moderator Thomas Gottschalk. Und auch Redakteur Mario Ziarno entschloss sich sofort zum Verzicht auf die Helm-Bilder, um den Wetterfolg nicht zu gefährden.

Ganz locker wirkte Ivo Riedel noch, als er sich - eine Cola trinkend und eine Zigarette rauchend - auf einem Bildschirm im Maschinenhaus von Schacht 3 den Beginn von „Wetten, dass..?” anschaute.

Da warteten draußen schon Tausende und verfolgten auf einer Großleinwand die Sendung. Dann plötzlich Aufregung: Die Schauspieler Götz George und Christiane Hörbiger, die für Riedel vorgesehenen Wettpaten, tauchten viel früher als erwartet auf der Bühne in der Stadthalle von Graz auf.

Doch rasch folgte die Entwarnung: Da das (am Arm verletzte) Top-Model Naomi Campbell und deren Mutter Valerie zu spät gekommen waren, musste kurzfristig eine Änderung vorgenommen werden. So kam Ivo Riedel doch noch zu seiner Wunsch-Wettpatin Naomi Campbell.

Als Thomas Gottschalk ankündigte, „wir wollen jetzt unsere Außenwette machen”, brandete Jubel auf an Schacht 3. „Hückelhoven grüßt Gummibärchen”, war dort auf einem Transparent zu lesen.

„Ja, er schafft das”, gaben die Campbells in Graz Ivo Riedel Rückendeckung, während sich Boris Becker (mit Blick auf Extremsportarten nach eigener Aussage eher ein „Angsthase”) nicht vorstellen konnte, dass es funktionieren würde.

„Topp, die Wette gilt”, rief Gottschalk nach Hückelhoven. Ivo Riedel schwebte auf dem Luftstrom in die Höhe und hatte schon nach 28 Sekunden das Rad gelöst.

Doch dann war er vom Pech verfolgt: Einmal schien das Rad schon fest auf der Nabe zu sitzen, doch es kippte immer wieder ab.

„Einer der wenigen Männer, die in der Lage sind, Mutter und Tochter gleichzeitig nervös zu machen”, witzelte Gottschalk mit Blick auf Riedel und seine Wettpatinnen. Insgesamt unternahm der gelernte Kfz-Meister, der als Bodyflying-Instruktor sein Hobby zum Beruf gemacht hat, sechs Anläufe, doch er fand die millimetergenaue Übereinstimmung mit den Löchern nicht. Als ihm zwölf Sekunden vor Schluss das Rad wieder aus den Händen glitt, blieb ihm nur noch ein Winken für die Kamera...

„Ich hoffe, dass die Leute trotzdem ihren Spaß hatten. Es tut mir leid, dass ich etwas enttäuscht habe”, wollte sich Riedel gleich nach seinem Malheur bei seinen Fans fast schon entschuldigen. Doch als schließlich Stress und Anspannung gewichen waren, konnte er am späten Abend wieder lächeln: „Es war ein Riesen-Erlebnis!”