Hückelhoven-Ratheim: Irgendwie doch „cool”: Schüler probieren sich als Pflegeeltern

Hückelhoven-Ratheim : Irgendwie doch „cool”: Schüler probieren sich als Pflegeeltern

Sie heißen Jacko, Tiffany, Naomi, Minzi oder Tim, und zusammen mit ihren jugendlichen Begleitern erwecken sie nicht nur erstaunte Blicke der Mitschüler und Erwachsenen. Es sind lebensechte Puppen, Babysimulatoren mit den Bedürfnissen echter Säuglinge.

Zurzeit kommen sie an der Ratheimer Carl-Friedrich-von Weizäcker-Hauptschule zum Einsatz, und als Pflegeeltern fungieren fünf Schülerinnen und zwei Schüler der Jahrgangsstufe 9b.

Claudia Mertens und Brigitte Theißen von der Hauptschule sowie Helene Theißen von der Caritas begleiten das Projekt, das viel Anklang findet.

Aus berufenem Munde heißt es, die Zahl der Schwangerschaften stiege in den letzten Jahren stetig an, die realistische Einschätzung, was Elternschaft bedeutet, fehle jedoch oft. Das Praktikum an der Schule soll die Teilnehmer erfahren lassen, welche Verpflichtung und Verantwortung man mit einem Baby eingeht. Es soll auf die Elternrolle vorbereiten, gleichzeitig aber auch frühe Schwangerschaften vermeiden.

„Das war eine schlimme Nacht, weiß einer der Teilnehmer zu berichten. Schließlich sind die Puppen so programmiert, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten Aufmerksamkeit einfordern.

Und wer steht schon gerne um 4 Uhr morgens auf, um die Gründe für das Schreien der Babys zu ergründen? Schreien lassen geht nicht, denn Fehlleistungen werden angezeigt, Misshandlungen ausgewiesen.

„Mir ist schlecht, die hat mich so mitgenommen”, heißt es an anderer Stelle.

Aslihan, Gösde, Lisa, Shari, Severin und Kevin haben jedenfalls eine sinnvolle Erfahrung gemacht und irgendwie „cool” waren die „Babys” auch.