"Investition in die Zukunft des Betriebs"

"Investition in die Zukunft des Betriebs"

Kreis Heinsberg (an-o/fw) - Schule und was dann? Die Lage am Lehrstellenmarkt sieht nicht rosig aus. Der "Tag der Ausbildung" am Dienstag sollte neue Impulse bringen. Die "Nachrichten" sprachen mit Rainer Imkamp, Leiter des Erkelenzer Arbeitsamtes und des Teams "Ausbildungsmarktpartner".

Nachrichten: Hat sich das Engagement der Arbeitsämter am "Tag des Ausbildung" gelohnt?
Imkamp: Es ist wichtig, dass das Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit einmal mehr verankert wurde. Die Zahlen von Anfang Juni machen deutlich, dass auch im Kreis Heinsberg dringend noch einiges bewegt werden muss, will man die Jugendlichen in Ausbildung bringen.

Nachrichten: Wie sah das Verhältnis Angebot/Nachfrage zum Monatsanfang aus?
Imkamp: Im Arbeitsamtsbezirk Aachen fehlten zu diesem Zeitpunkt 1290 Ausbildungsplätze, das waren 25,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Kreis Heinsberg gab es zum Monatsanfang 1068 Lehrstellen, im Vorjahr waren es noch 1275. Das sind unterm Strich 207 Stellen, sprich 16,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung zeigt, dass es wichtig war, am "Tag des Ausbildung" nochmals alle Bemühungen zu unternehmen und alle Kräfte zu mobilisieren.

Nachrichten: Was heißt das im Klartext?
Imkamp: Unsere Fach- und Führungskräfte sind in die Betriebe gegangen und haben bei den Verantwortlichen massiv um zusätzliche Lehrstellen geworben und nochmals klar gemacht, dass der Ausbildungsmarkt einen Impuls braucht.
Angesichts sinkender Schulabgängerzahlen ist es nicht nur eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung, sondern auch der betriebswirtschaftlichen Vernunft, heute durch Ausbildung in die Zukunft des Betriebes zu investieren.

Nachrichten: Können Sie die Ausbeute am Tag des Ausbildungsplatzes an konkreten Zahlen festmachen?
Imkamp: 53 Ausbildungsstellen konnten im Arbeitsamtsbezirk Aachen noch zusätzlich für dieses Jahr akquiriert werden. Für das kommende Ausbildungsjahr wurden 167 Stellen geworben. Die Ausbildungsstellen verteilten sich auf insgesamt 35 Ausbildungsberufe vom Handelsfachpacker bis hin um Fachinformatiker.
Ich werte den Tag des Ausbildungsplatzes als erfolgreich, zumal wenn man die Ausbeute des Vorjahres dagegenhält: Da wurden 33 Ausbildungsstellen für das laufende und 113 für das anstehende Ausbildungsjahr geworben.
Dabei ist zu beachten, dass die Rahmenbedingungen für das Werben von Lehrstellen in diesem Jahr wesentlich schwieriger waren. Die Aktion darf nicht das Ende sein, wir müssen diesen Weg weiter gehen. Und wir hoffen, dass uns noch weitere Ausbildungsstellen gemeldet werden.