Integration nur ein Problem von vielen

Integration nur ein Problem von vielen

Kreis Heinsberg. Auch der Kreis Heinsberg ist von der Vielfalt der Nationen und Kulturen und damit verbundenen Herausforderungen geprägt.

362 Beratungen für hierzulande lebende Mitbürger aus Griechenland, Sri Lanka, Marokko, der Türkei sowie den sich aus der früheren Sowjetunion und Jugoslawien gebildeten Ländern fanden im Vorjahr in der Beratungsstelle für Migranten in Erkelenz statt.

Diese Bilanz zieht Soziologe Aris Papanikolaou als Leiter des Beratungsangebotes des Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich im Jahresbericht 2003. In der Diakonie-Außenstelle in der Erkelenzer Innenstadt hilft und berät Aris Papanikolaou in schwierigen sozialen Situationen und berät bei Arbeitslosigkeit, Fragen zum Aufenthaltsrecht, zur Familienzusammenführung und Einbürgerung.

Verstärkte Anfragen gab es in jüngster Zeit zur völligen und teilweisen Rückkehr ins Heimatland. Denn besonders viele Griechen, die vor rund 40 Jahren in den Kreis Heinsberg kamen und mittlerweile im Rentenalter sind, entscheiden sich für einen 50-prozentigen Aufenthalt, je zur Hälfte in Deutschland und Griechenland. Für Verunsicherung und Fragen sorgten auch die Diskussionen um das Zuwanderungsgesetz, das aktuell mehrheitsfähig gestaltet wird.

Mit jeweils knapp 40 Prozent bilden Griechen und Mitbürger aus Sri Lanka den größten Teil der Ratsuchenden. Auf Kreisebene waren im Vorjahr fast 20.000 Menschen anderer Staatsangehörigkeit gemeldet, davon rund 1700 Flüchtlinge. Dies entspricht einem Anteil der Gesamtbevölkerung im Kreis von knapp acht Prozent.

Nicht alle Gruppen sind so gut integriert wie beispielsweise die Portugiesen und Griechen in Oberbruch und Heinsberg, die man in der Öffentlichkeit auch gerne mit farbenfrohen Tanz- und Folkloregruppen verbindet.

Im sozialpsychologischen Beratungsbereich geht es insbesondere um Fragen zur Existenzsicherung, Verschuldung sowie um Probleme mit Familie und Gesundheit. Dazu vermittelt Aris Papanikolaou unbürokratische Hilfen und weist Wege zu Sozial- und Wohnungsämtern, Agentur für Arbeit, Ausländeramt sowie zu den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände und Kirchen.

Der „Tag der Migranten” am 4. Juni soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, über die Beratungsangebote zu informieren und einen Austausch zu fördern.

Die Sozialberatungsstelle für ausländische Arbeitnehmer der Diakonie befindet sich in der Aachener Straße 15, Erkelenz-Stadtmitte, 02431/782490, Fax: 02431/786193, E-Mail: mailto:papanikolaou@diakonie-juelich.de