Hückelhoven: Integration baut Hemmschwellen und Agressionen ab

Hückelhoven : Integration baut Hemmschwellen und Agressionen ab

Der Fortführung des integrativen Unterrichts in der Hauptschule II, In der Schlee, Hückelhoven steht von Seiten der Stadt nichts im Wege.

Der Schulausschuss entschied in seiner jüngsten Sitzung einstimmig, die Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern in gemeinsamen Klassen fortzusetzen. Laut Beschluss soll nun eine weitere achtköpfige sonderpädagogische Fördergruppe für geistig- und lernbehinderte Kinder an der Schule beantragt werden, sobald die Finanzierung der Schulbeförderung geregelt ist.

Vor der Beschlussfassung statteten Stefan Kolvenbach, stellvertretender Schulleiter, und die verantwortliche Pädagogin Thekla Jünnemann den Politikern einen ausführlichen Bericht über die bisherigen Erfahrungen ab. Die Erfolgsgeschichte startete im Schuljahr 1997/98, als die erste Fördergruppe eingerichtet wurde. Diese Gruppe wird die Schule Ende des Schuljahres verlassen.

Die Erfahrungen, die die Vertreter der Schule mit der Gruppe machten, seien durchweg positiv gewesen. „Das Ziel unserer Arbeit war die Förderung von geistig- und lernbehinderten Kindern, aber auch die Stärkung der sozialen Kompetenzen von Regelschülern”, erklärte Kolvenbach.

Das Konzept ging auf: Während die Lehrer beobachteten, wie ihre Regelschüler lernten mit eigenen Schwächen umzugehen und viel weniger Aggressionen gegenüber ihren Mitschülern zeigten, lernten die Behinderten auf Menschen zuzugehen und Hemmschwellen abzubauen.

„Ich bin auf ein hohes Maß von Mitgefühl, Unterstützung und Akzeptanz bei den Regelschülern gestoßen”, verdeutlichte Jünnemann. Sie hätten wie selbstverständlich eine Vorbildrolle eingenommen, wenngleich das natürlich nicht heiße, dass die Hauptschule nur noch aus Musterschülern bestehe.

Das Fazit nach fünf Jahren: „Die Schüler haben sehr viel voneinander gelernt.” Auch aus den Kreisen der Eltern habe es durchweg positive Rückmeldungen gegeben. Und selbst Kollegen, die zunächst skeptisch waren, hätten sich nun eindeutig für die Weiterführung des Konzeptes ausgesprochen. Sämtliche Parteien im Schulausschuss lobten Konzept und Engagement der Schule, zur sozialen Integration von Behinderten.

Die Beigeordnete Angelika Stöcker bezog im Namen des Schulträgers Stellung: „Als wir das Projekt gemeinsam in die Wege leiteten, sind wir ins eiskalte Wasser gesprungen. Jetzt bin ich überrascht, wie gut sich die Schüler entwickelt haben. Als Schulträger begrüßen wir natürlich den integrativen Unterricht, schließlich hat er auch auf die nicht behinderten Schüler gute Auswirkungen in Sachen Sozialkompetenz.”