Kreis Heinsberg: In Wildenrath erhält der Velaro D letzten Schliff

Kreis Heinsberg : In Wildenrath erhält der Velaro D letzten Schliff

Die Neugier, aber auch die Anspannung war groß, als Gäste und Mitarbeiter im Prüfcenter für Schienenfahrzeuge in Wegberg-Wildenrath der Firma Siemens auf die Ankunft des Velaro D warteten.

Der Velaro D ist Deutschlands neuer Hochgeschwindigkeitszug und wird als ICE der Baureihe 407 das zukünftige Flaggschiff der Deutschen Bahn AG für den internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr werden. Doch bevor der ICE 4 Ende 2011 in Betrieb geht, wird die Innovation auf „Herz und Nieren” überprüft und optimiert. Rund ein Jahr lang wird der Velaro D auf dem Schienenstrang in Wildenrath seine Runden drehen und Messdaten liefern, die seine Einsatztauglichkeit bestätigen.

Zum Einsatz soll der neue Zug zunächst auf der Strecke zwischen Frankfurt am Main und Südfrankreich kommen, danach auch auf Fahrten nach Belgien. Bis 2012 sollen 15 achtteilige Hochgeschwindigkeitszüge ausgeliefert werden.

Der erste dieser Züge steht nun in Wildenrath. Noch ist er nicht komplett. Die Firma Siemens beginnt mit einem „abgespeckten”, sprich dreiteiligen Version, bestehend aus einem Kopf-, Mittel- und Bistrowagen, die über Rheydt nach Wildenrath von einer Diesellok gezogen wurde. Die 15 modernen Züge werden alledsamt in Krefeld uerdingen hergestellt und dann nach Wildenrath gebracht, wo sie ihren Härtetest bestehen müssen, bevor sie an die Deutsche Bahn ausgeliefert werden.

Die Firma Siemens wartete beim der Ankunft ihres neuen Vorzeigeprojektes im Prüfcenter mit beeindruckenden Zahlen auf. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 320 Stundenkilometer ist der neue Velaro nicht nur einer der schnellsten Serientriebzüge der Welt, er definiert auch die Premiumklasse unter Europas Hochgeschwinsdigkeitszügen neu. Diese vierte und jüngste Zug-Variante auf Basis der Velaro-Plattform von Siemens, die neue Baureihe 407, wurde in zahlreichen Details technisch perfektioniert und setzt nach Angaben des Unternehmens in puncto Effizienz, Flexibilität und Komfort eindeutige Maßstäbe. Der Velaro D sei noch energiesparender, noch leiser im Innenraum und noch kostengünstiger bei der Instandhaltung im Vergleich zu bisherigen Modellen. Bereits heute verfüge der Velaro über einen technologischen Innovationsvorsprung von zehn Jahren.

Siemens hofft, nach den Tests in Wildenrath den Velaro D zu einem Exportschlager „made in Germany” zu machen. Auf Basis des Plattform-Konzeptes lassen sich die Velaro-Züge flexibel für den Betrieb in unterschiedlichen Bahnnetzen sowie individuell an die spezifischen Anforderungen der Kunden anpassen. Schon heute verkehren Velaro-Züge in China, Russland und Spanien.

Unter anderem rechnet sich Siemens bei dem in den USA geplanten Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes gute Chancen aus. Das Prüfcenter in Wildenrath will seinen Teil dazu beitragen, wenn es den Velaro D unter die Lupe nimmt.