Kreis Heinsberg: In Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Rollstuhlführerschein erlangt

Kreis Heinsberg : In Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe Rollstuhlführerschein erlangt

„Man sollte rechtzeitig mit dem Rollitraining beginnen, wenn man noch Kraft hat”: Nach diesem Motto hat die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe für den Kreis Heinsberg ein Rollstuhltraining organisiert, zu dem sich zwölf Betroffene angemeldet haben.

Die meisten sind in der Lage, kurze Strecken zu gehen, und kommen in ihrem täglichen Leben ohne Rollstuhl aus.

Realisiert wurde das Training von Diplom-Sportlehrer Axel Görgens mit freundlicher Unterstützung des Rollstuhlherstellers O4, der Rollstühle für die Teilnehmer dieser Aktion zur Verfügung stellte.

Die ersten beiden der insgesamt drei Termine fanden in der Turnhalle der Hauptschule in Oberbruch statt. In dieser „klinischen Atmosphäre” wurden grundlegende Fahrtechniken und das Überwinden einfacher Hindernisse geübt.

Die eigentliche Herausforderung stand dann an einem Samstag auf dem Plan. In der Düsseldorfer City traf die Gruppe auf die raue Wirklichkeit wie Kopfsteinpflaster, unebene Bürgersteige, Bordsteinkanten oder steile Rampen. Auch die Nutzung der U-Bahn wurde nicht ausgelassen.

„Absoluter Höhepunkt”, so berichtete die Gruppe, war in der Landeshauptstadt das Befahren einer Rolltreppe mit einer Begleitperson. Es gestaltete sich einfacher als es sich anhört. Und obwohl fast alle vorher einen gewissen „Bammel” hatten, wurde es im Nachhinein geradezu zur „Lieblingsübung” der Gruppe.

Alle Teilnehmer bestanden die Prüfung zum Rollstuhlführerschein. Außerdem nehmen sie die Erfahrung mit, dass man als MS-Betroffener mit einem Rollstuhl seinen Aktionsradius (besonders in einer Einkaufsstadt wie Düsseldorf) erheblich erweitern kann.