Erkelenz-Gerderath: In Gerderath wird der Friedhof zum Park

Erkelenz-Gerderath : In Gerderath wird der Friedhof zum Park

Der alte Friedhof in der Gerderather Ortsmitte wird im Jahr 2019 geschlossen. Nach Ablauf der Ruhefrist von 30 Jahren soll die Anlage in einen Park umgewandelt werden. Gemeinsam mit dem Pfarrzentrum bildet er den Dorfmittelpunkt an der Lauer Straße.

In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Mahnmal, das im vorigen Jahr errichtet wurde.

Derzeit ist es auf dem alten Friedhof nur noch möglich, in einigen Wahlgräbern und bestehenden Familiengrüfte beizusetzen, wie der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Leo Schmitz, bei einer Ortsbesichtigung erklärte. Auch den Ehepartnern von hier Beerdigten sei es möglich, sich später neben ihren Angehörigen besetzen zu lassen. Der alte Friedhof gleicht schon heute eher einem Park als einem Friedhof. Viele der Bäume, die einmal als Grabbepflanzungen gesetzt worden sind, haben sich im Laufe der Jahre zu stattlichen Gewächsen entwickelt.

Einige der Bäume werden wohl der neuen Planung weichen müssen, vor allen diejenigen, die zu nah an den angrenzenden Wohnhäusern stehen und deren Laub dort zum Problem wird. An einigen der alten und teilweise ungepflegten Gräbern prangen heute gelbe Aufkleber, auf denen die Angehörigen aufgefordert werden, sich mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen, da die Ruhezeit der Gräber abgelaufen ist.

Wo einst Gräberfelder waren, erstrecken sich heute nach der Beseitigung der Gräber Rasenflächen. „Es geht jetzt darum, ein Konzept für die zukünftige Gestaltung des Friedhofs zu entwickel”, erklärte Schmitz. Dabei müssten die Belange der Angehörigen, die die Gräber ihrer Verstorbene pflegen, und die Nutzung des Geländes als Park in Einklang gebracht werden.

Zentral auf dem Friedhof liegen die Pastorengräber mit dem großen Gedenkkreuz. Diese Anlage soll erhalten bleiben und in die Gestaltung des Parks einbezogen werden. Erhalten bleiben sollen neben den Pastorengräbern auch die 20 Soldatengräber und zwei Gräber von Kriegsgefangenen, die während des ersten und des zweiten Weltkrieges in Gerderath gestorben sind.

Sowohl die Soldatengräber als auch die der Kriegsgefangenen unterliegen nicht der 30-jährigen Ruhefrist, wie es bei zivilen Gräbern der Fall ist. Vor allem die Gräber der Kriegsgefangenen liegen heute alleine am Rande ehemaliger Gräberfelder. Ausgestattet sind sie mit schlichten Holzkreuzen, die in regelmäßigen Abständen ersetzt werden müssen.

Daher sei es sinnvoll, sie in die Nähe der Soldatengräber auf den Ehrenfriedhof zu legen und mit einer wetterbeständigen Bodenplatte zu versehen, die ein Gedenken „in würdiger Form” ermögliche. Über die Herkunft der Kriegsgefangenen sein heute nichts mehr bekannt, erklärte er auf Nachfrage von Irmtraud Keusemann.

Sie regte an, die Herkunft und Geschichte der dort Begrabenen zu recherchieren, wodurch das Gedenken auch einen Sinn bekäme. Die Beschlussvorlage wurde um Keusemanns Vorschlag erweitert und einstimmig von den Ausschussmitgliedern angenommen. Die Stadtverwaltung wird nun beauftragt, eine Planung für die zukünftige Gestaltung des alten Friedhofes zu erarbeiten und die Einbeziehung der beiden Gräber im Bereich des Ehrenfriedhofes zu veranlassen.