„In Afrika gibt es keine Probleme, nur Lösungen!”

„In Afrika gibt es keine Probleme, nur Lösungen!”

Kreis Heinsberg. „Oh Afrika! Du bist immer für Überraschungen gut - positive, wie negative!”

Auch dieses Jahr machte sich wieder ein achtköpfiger Bautrupp des Vereins „Wir für Ruanda” auf den Weg ins zentrale Afrika.

Zwei Projekte hatten sich die Heinsberger zum Ziel gesetzt, in monatelanger Vorarbeit geplant, die notwendigen Materialien „zusammengebettelt” oder gekauft, zwei Container gepackt und bereits im Juni über See einen nach Ngozi (Burundi) und den anderen nach Goma (Ostkongo) verfrachtet.

In Ngozi sollte in einer Internatsschule der Salesianer eine Lehrschreinerei aufgebaut werden. Die riesige Schule mit über 650 Schülern ist in einem erschreckend schlechten Zustand.

Tische, Stühle, Bänke, Schränke und Betten fehlen überall. Kaputte Eternitdächer, unter denen die Schüler direkt schlafen, Fenster mit zersplitterten Glasscheiben, zerbrochene Betontreppen, eine desolate, an das Mittelalter erinnernde Küche und schlechte sanitäre Anlagen prägen das Bild dieser Schule.

Der Farbanstrich ist weitgehend verschmutzt, der Putz teilweise abgebröckelt und die elektrische Verkabelung schlechthin eine Katastrophe. Überall müsste repariert und renoviert werden, doch das scheitert an den fehlenden finanziellen Möglichkeiten. Dennoch: Diese Schule gehört zu den Eliteschulen Burundis!

So beinhaltete der 22-Tonnen-Container für Ngozi nicht nur die Maschinen für die Schreinerei dieser Schule, sondern auch Anstrichfarbe, Pinsel, zwei Tonnen Zement, einige Tonnen Wellblech, Elektromaterial und große Mengen an gebrauchter Kleidung, denn die große Armut der Bevölkerung kann man schon an ihren heruntergekommenen Lumpen sehen, in denen vor allem die Kinder gehüllt sind.

Der zweiter Container war nach Goma entsandt worden. In Mweso im Massisigebiet hatte der Verein im vorigen Jahr das geplünderte und teilweise zerstörte Krankenhaus neu aufgebaut und funktionstüchtig gemacht. Nun sollte das Haus der geistlichen Schwestern und das Ärztehaus wieder repariert und renoviert werden.

Auch diese Häuser waren durch den Krieg, durch die 1,2 Millionen ruandischer Flüchtlinge, die sich in den Bergen und in den Urwäldern zu verstecken suchten, und durch eine plündernde zügellose Soldateska unbewohnbar gemacht worden. In den letzten Jahren hatten immer etwa 50 bis 100 ruandischer Besatzungssoldaten, teilweise Kindersoldaten zwischen zwölf und 17 Jahren, in diesen Häusern im wahrsten Sinne des Wortes gehaust.

So sind die meisten Fenster herausgerissen, die Wände verschmutzt, in die hölzernen Zimmerdecken sind große Löcher gebrannt, weil offensichtlich in den Räumen offenes Feuer angefacht worden war, und die sanitären Einrichtungen sind kaputt und unendlich verdreckt. Dass es weder Strom noch fließend Wasser gibt, ist dabei selbstverständlich.

Die Wiederherstellung dieser Häuser ist aber die Voraussetzung für die Rückkehr der Nonnen an das Krankenhaus. Geistliche Schwestern wären nach Meinung von „Wir für Ruanda” die beste Garantie für eine langfristige kontinuierliche Arbeit im Krankenhaus Mweso und die Erhaltung der Wiederaufbauhilfe, die der Verein im letzten Jahr so erfolgreich geleistet hatte.

Trotz der sorgfältigen Vorarbeit und der exakten Planung kam dann alles doch ganz anders. Denn entgegen der Informationen, die der Verein aus Afrika und vom Spediteur erhalten hatte, war beim Abflug noch immer keiner der beiden Container in den Projekten angekommen.

Die Urlaube der Reiseteilnehmer aber standen fest, die Flugbuchungen konnten nicht mehr storniert werden, also flog die gesamte Handwerkertruppe zwar mit etwas weichen Knien, aber mit viel Tatendrang trotzdem nach Kigali.

Wie pflegt der Salesianerpater Dominiek, Leiter des Partnerschaftsprojektes ITIG in Goma, bei solchen Situationen immer zu sagen: „So ist es nun einmal in Afrika. Aber in Afrika gibt es keine Probleme, nur Lösungen!” Sich trotz dieser düstern Perspektive nicht klein kriegen zu lassen, war nun die Aufgabe von Dr. Bernd Bierbaum und seiner Truppe von „Wir für Ruanda”, denn in Afrika gibt es für arbeitsbereite, geschickte Handwerker immer etwas zu tun!

Der Verein „Wir für Ruanda” erbittet Spenden auf das Konto Nr.: 300 7878 078 bei der Heinsberger Volksbank (Bankleitzahl: 390 619 81) unter dem Kennwort „Goma”.

Vereinsvorsitzender Dr. Bernd Bierbaum: „Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Anschrift gut leserlich mit anzugeben, damit wir Ihnen auch eine Spendenbescheinigung schreiben können. Danke!”