Erkelenz: Imposante Raubtiere auf Samtpfoten

Erkelenz : Imposante Raubtiere auf Samtpfoten

Die edlen Geschöpfe tragen schicke Titel wie Iliana von der Ritterburg, Kassandra Di Meola oder Tristan von Rauhardt. Ihre extraordinäre Herkunft ist in den meisten Fällen unbestritten.

Jedoch handelt es sich bei den Trägern dieser Namen nicht um Mitglieder eines alten Adelsgeschlechtes, allerdings um bestimmt ebenso erlauchte Rassekatzen.

Zu sehen gab es die Raubtiere auf Samtpfoten am Sonntag in der Erkelenzer Stadthalle - zirka 200 an der Zahl.

Während die Stubentiger eher entspannt in ihren Käfigen ruhten, fieberten ihre Besitzer einem ganz bestimmten Ereignis entgegen: der Prämierung der besten Fellbündel. Über 40 Aussteller waren aus dem gesamten Bundesgebiet gekommen, um an der 45. Internationalen Rassekatzenausstellung teilzunehmen. Eingeladen hatte die Gemeinschaft der Katzenfreunde.

Kraftprotze mit Schmusequalitäten

Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination - so lautet wohl die Erfolgsformel der Natur. Und wenn der Mensch noch ein bisschen nachhilft, entstehen solch prachtvolle Felidae-Vertreter wie Kartäuser, Heilige Birma und Egyptian Mau.

Wahre Kraftprotze unter den Rassekatzen sind die imposanten Maine Coon, die mit einem Lebendgewicht von zwölf Kilogramm dem Schoß ihrer Besitzer schon fast entwachsen zu sein scheinen und zu einer reellen Gefahr für jeden Dackel werden können.

Selbstverständlich wohnen ihnen aber genau die gleichen Schmusequalitäten inne wie zum Beispiel den grazilen Siam-Katzen oder den würdevollen Persern. Schön sind sie jedenfalls alle, weiß der wahre Fachmann.

Das Interesse an der Ausstellung war groß: Viele Katzenliebhaber strömten in die Mehrzweckhalle und drängten sich durch die Käfig-Gassen, viele Besucher konnten sich gar nicht satt sehen.

Aggressive Tiere fliegen raus

Er prüfe alles, was vier Füße hat und Katze ist, berichtete Punktrichter Michael Schleissner. Zusammen mit seinen vier Kollegen aus Belgien und den Niederlanden hatte er im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun.

Jedes charakteristische Merkmal - ob Körperbau, Kopfform oder Fellzeichnung - musste genau unter die Lupe genommen werden.

Am besten noch aus unterschiedlichen Perspektiven und Entfernungen. „Tätliche Übergriffe” der Vierbeiner auf die Richter seien äußerst selten, so Schleissner. „Tiere, die aggressiv sind, fliegen raus”, da ließ der Experte nicht mit sich spaßen.

Monika Conradi, Vorsitzende der Gemeinschaft der Katzenfreunde, freute sich indes über den regen Zuschauer-Zulauf. Ihr Fazit: „Ich bin angenehm überrascht!” Neben den Saal-Helfern trug die Vorsitzende dafür Sorge, dass unter den Ausstellern kein „Katzenjammer” entstand.

Denn schließlich ist eine solche Ausstellung ein reiner Schönheitswettbewerb und keine Zuchtleistungsschau. Das Wohl der Tiere steht immer im Vordergrund.