Erkelenz-Lövenich: Im Greisenheim klicken die Handschellen

Erkelenz-Lövenich : Im Greisenheim klicken die Handschellen

„Wir spielen das Leben.” So lautet der Slogan auf dem Emblem der Nysterbachbühne Lövenich, die auf ein fünfjähriges Bestehen blicken konnte.

Und dem Leben entnommen war der Schwank in drei Akten „Dreistes Stück im Greisenglück” von Bernd Gombold, bei dessen Premiere die Mehrzweckhalle die Besucher kaum fassen konnte. Den ernsten Hintergrund hatten die Laienschauspieler in tiefgründigem Humor verpackt und so gekonnt umgesetzt, dass es immer wieder Beifall auf offener Szene gab. Nicht zuletzt auch ein Verdienst der Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen.

Zum kleinen Jubiläum hatte Theo Schläger eigens eine Hymne komponiert und geschrieben, die zur Einführung zu hören war. Bevor der Vorhang sich öffnete, erläuterte er musikalisch den Inhalt des Geschehens der Senioren im Altenheim Greisenglück. Alles in einem Text verpackt, der nachdenklich stimmte.

Eine glückliche Hand bei der Besetzung der Rollen hatte wieder Regisseur Eugen Symanski wieder bewiesen.

Im Seniorenheim „Greisenglück” führt Oberschwester Sieglinde (Waltraud Liver) ein äußerst strenges Regiment, worunter die Heimbewohner leiden. Mit drastischen Strafmaßnahmen versucht sie, die Senioren einzuschüchtern und so für Ruhe und Disziplin zu sorgen. Opa Müllerschön (Erich Schmitz), sein „verwirrter” Zimmernachbar Paul (Eugen Symanski) und die schwerhörige Oma Irma (Petra Hoffmann) wollen jedoch nicht kuschen und widersetzen sich der strengen Oberin bei jeder Gelegenheit.

Lediglich Fatima (Sabine Weitz), die quirlige, türkische Putzfrau und gute Seele des Hauses, hilft den Heimbewohnern, wo sie kann. Probleme hat Opa Müllerschön auch mit seinem krankhaft geizigen Sohn Heinrich (Wilfried Peisen) und dessen Frau Berta (Angela Küppers-Bohn). Anstatt sich um das Wohl des Vaters zu kümmern, gilt deren Sorge der Tatsache, dass der alte Herr kein Testament aufgesetzt hat.

Einzig in seiner Enkeltochter Karin (Marion Mertens) hat Opa Müllerschön eine treue und hilfsreiche Verbündete. Im Gegenzug steht er ihr bei Problemen zur Seite. Nach einer handfesten Schlägerei bittet Karin ihren Opa um eine nächtliche Bleibe für ihren Freund Alex (Jochen Weitz), der Mitglied der Rockband „Onkel Doktor und die Krankenschwestern” ist.

Morgens findet Fatima anstelle von Opa Müllerschön den Rocker im Zimmer. Um dies alles zu vertuschen, erfindet Opa Müllerschön die wildesten Geschichten. Mitten in diese missliche Lage platzt auch noch Josef (Heinz-Peter Hintzen), der jüngste Sohn von Opa Müllerschön. Nach zwölf Jahren Abwesenheit erhofft er sich J beim Vater Geldsegen.

In der attraktiven Friseurin und Fußpflegerin Rosi (Elke Wenk) hat Josef bald ein leichtes Opfer gefunden, um an Geld zu kommen. Zum Schluss lösen sich alle Verwicklungen in Wohlgefallen auf und die resolute Oberschwester wird in Handschellen abgeführt. Der lang anhaltende Beifall war das Dankeschön eines begeisterten Publikums.