Heinsberg: Im Caravan die Freiheit auf Rädern genießen

Heinsberg : Im Caravan die Freiheit auf Rädern genießen

Sie wollen etwas sehen von der Welt. Sich nicht in das starre Reglement eines Hotels einbinden lassen und jederzeit zum Aufbruch blasen können, wenn sie ein neues Reiseziel reizt.

Reisemobil- oder Wohnwagen-Fans sind halt Individualisten, die sich gern einen Hauch von Abenteuer und Freiheit um die Nase wehen lassen. Vor zwei Jahren hatten Willi v. d. Ruhren und Josef Simons schließlich die Idee, Gleichgesinnten in Heinsberg und Umgebung einen regelmäßigen Anlaufpunkt zu schaffen: der RM-Stammtisch wurde im Gasthaus Bodens an der Waldfeuchter Straße ins Leben gerufen.

„Schnell wurde ein Brief entwickelt”, erinnert sich Josef Simons, „um ihn an im Stadtgebiet stehende Reisemobile zu stecken. Beim ersten Treffen im Oktober 2002 waren wir mit vier Reisemobil-Besitzern vertreten. Doch von Monat zu Monat wurden es mehr.” Mittlerweile sind es 28. Tendenz steigend.

„Alleine fahren macht eben nicht so richtig Spaß”, meint der 64-Jährige. „Daher haben alle die Gemeinschaft gesucht, um gesellige Stammtisch-Abende und schöne Ausfahrten zu unternehmen.” Simons legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem Stammtisch nicht um einen Verein oder Club handelt.

„Keiner hat Verpflichtungen, jeder kann teilnehmen, und es gibt keinen Vorstand und auch keine Statuten. Alles wird demokratisch abgestimmt.” Der Reiz der Treffen bestehe vor allem in der Geselligkeit. „Man tauscht Erfahrungen aus über Reiseziele oder Reiserouten. Der eine hat Probleme mit der Anhängerkupplung, ein anderer hat überladen.”

Quer durch alle gesellschaftsschichten setzten sich die Stammtisch-Besucher zusammen, doch irgendwelche Standesdünkel gebe es nicht. „Duzen ist Pflicht.” Über 90 Prozent der Reisemobilisten hätten ohnehin den Berufsalltag schon hinter sich gelassen und befänden sich im Ruhestand.

Mit über 60 Reisemobilen aus vier Clubs entwickelte sich bislang die größte „Karawane”. Nach einer ZDF-Besichtigung traf man sich in Klingenberg am Main.

Die Bekanntschaften und Freundschaften, die sich mittlerweile gebildet hätten, begeistert sich Simons, seien sowieso eine tolle Sache. „Es gibt Einladungen quer durch die Republik.”

So zum Beispiel nach Dagebüll an der Nordsee, wo der Heinsberger Stammtisch am Biiken-Brennen teilnehmen soll. Was sich genau dahinter verbirgt, weiß Simons nicht. Wohl jedoch, dass alle Holzschuhe mitbringen sollen.

Auch ein Pilz-Seminar in der Eifel steht auf dem Programm und eine Besichtigung der Meierwerft in Papenburg. Im Oktober ist schon das Weinfest in Neumagen-Dhron an der Mosel im Kalender rot umrandet, ebenso wie das Auto-Technik-Museum in Speyer. Ihr „Zapfdiplom” können Reiseteilnehmer im November in der Diebels-Brauerei ablegen. Und im Advent führt der Weg nach Seiffen ins Erzgebirge.

Die nächste richtig große Tour ist für Ostern 2005 geplant. Dann gehts nach Prag, Wien und über Budapest zum Plattensee zur Heilbäder-Nutzung. Bislang haben sich schon zwölf Pärchen mit ihren Reisemobilen angemeldet. Wer mitfahren möchte, kann sich bei Josef Simons unter 02453/383068, oder Willi v. d. Ruhren, 02452/7824, melden.

Die E-mail-Adresse lautet: mailto:rm-stammtisch-hs@gmx.de