Kreis Heinsberg: IGBAU: Sorgen um die Ohren

Kreis Heinsberg : IGBAU: Sorgen um die Ohren

Links der Presslufthammer, rechts die Kreissäge - und mittendrin der Bauarbeiter: An kaum einem Arbeitsplatz ist es so laut wie auf einer Baustelle.

Das hat Folgen: „Lärm ist für fast jede zweite Berufskrankheit auf dem Bau verantwortlich. Krach ist damit die Gesundheitsgefahr Nummer eins für Bauarbeiter”, so Bezirksverbandsvorsitzender Uwe Meschwitz von der IGBAU Aachen. 2008 solle daher im Kreis Heinsberg zum Jahr der „Flüsterbaustelle” werden. „Wenn wir in Sachen Lärmschutz heute nicht die Reißleine ziehen, könnte sich die Lage künftig drastisch zuspitzen”, fürchtet der Gewerkschafter.

Denn besonders um die Ohren der Berufseinsteiger sorgt sich die Gewerkschaft. „Fast jeder vierte Jugendliche startet inzwischen bereits mit einem geschädigten Gehör ins Berufsleben”, so Meschwitz. Das gehe aus Schätzungen der Berufsgenossenschaft Bau hervor. Grund seien Lärmquellen wie MP3-Player oder Diskotheken. „Wenn die Jugendlichen dann noch den ganzen Tag ungeschützt neben einer kreischenden Säge stehen, kann das nicht lange gut gehen.”

Der Gewerkschafter forderte die Arbeitgeber im Kreis Heinsberg daher auf, den Kampf gegen den Lärm nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Unternehmen seien gefordert, die Lärmbelastung auf heimischen Baustellen radikal herunterzufahren - beispielsweise mit geräuscharmen Maschinen und dem passenden Hörschutz.

„Schwerhörigkeit ist für die Betroffenen meist der Beginn einer langen Leidensgeschichte”, so Meschwitz. Wer schlecht höre, stehe beruflich wie privat schnell im Abseits. „Klar sind in Sachen Hörschutz auch die Beschäftigten gefordert. Die Arbeitgeber müssen ihren Bauarbeitern aber auch die Chance geben, ohne Hörschaden durchs Berufsleben zu kommen.

Unternehmen, die hier den Rotstift ansetzen oder aus Unwissenheit den Hörschutz vernachlässigen, handeln verantwortungslos.” Zudem seien „Flüsterbaustellen” auch wirtschaftlich sinnvoll: „Bedenkt man alleine die Kosten durch Krankheitsausfall, lohnt sich für Lärmschutz jeder Cent.”