Idee scheiterte an "reiner Physik"

Idee scheiterte an "reiner Physik"

Erkelenz (an-o) - Es sah wirklich gut aus, das luftig-bunte Fahnenmeer, mit dem die Autohändler schon frühzeitig für ihre Leistungsschau am kommenden Wochenende werben wollten. Allein: Seit Freitag Morgen präsentiert sich der Himmel über der "Autostadt" wieder grau in grau.

Lediglich schlapp herunter hängende Schnüre erinnerten noch an die zahllosen Toyota-, BMW-, Volvo-, VW-, Fiat-, Audi- und-und-und-Wimpel, die Teile der Kölner Straße und des Marktplatzes in ein märchenhaftes Spätsommer-Licht getaucht hatten. Waren Diebe am Werk? Oder wurde die Leistungsschau der 19 Autohändler in der Stadt Erkelenz gar kurzfristig abgesagt? Bekanntlich ist ja nichts unmöglich, gerade dann, wenns um des Deutschen liebstes Spielzeug geht.

"Nasse Aufnehmer"

Weit gefehlt, und die Fantasie kann - wie das immer mal wieder geschieht - mit der Wirklichkeit nicht Schritt halten. Also: Die Fahnen mussten weg, weil der Westdeutschen Licht und Kraftwerke AG ein Licht aufgegangen ist. Und dabei spielen die Straßenlaternen, an denen die Schnüre für die Fahnen befestigt waren, eine tragende Rolle. Nämlich: "Wenn die Fahnen nass geworden wären, hätte die Gefahr bestanden, dass die Masten der Laternen durch das zusätzliche Gewicht umknicken." Das sagt Franz Peter Jansen, der bei der WLK für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die Statik der Masten sei für solche Belastungen eben nicht ausgelegt. Jansen: "Das ist reine Physik." Und das Risiko umstürzender Masten habe die WLK natürlich nicht übernehmen wollen. Ein zusätzliches Problem sei gewesen, dass die Fahnen zu tief angebracht waren. Franz Peter Jansen: "Hohe Fahrzeuge kamen da so schon kaum durch, geschweige dann, wenn die Fahnen nach einem Regenguss durchgehangen hätten wie nasse Aufnehmer."

Fahne hingen, als die Brisanz klar wurde

Die Autohändler hatten zwar beim Ordnungsamt der Stadt die Genehmigung für ihre Fahnen-Aktion eingeholt, es aber am Ende versäumt, mit der WLK als Eigentümerin der Straßenlaternen Rücksprache zu nehmen. "Als uns die Brisanz der Dinge aufgefallen ist, waren die meisten Fahnen leider schon befestigt", entschuldigt der WLK-Sprecher das vergleichsweise späte Veto aus seinem Haus.