Heinsberg-Kirchhoven: „Ich wollte etwas Sinnvolles machen”

Heinsberg-Kirchhoven : „Ich wollte etwas Sinnvolles machen”

Der Abschied von „ihren Schülern” fiel Stefanie Schröders zum Ferienbeginn nicht leicht. Denn im August wird die 20-Jährige nicht zurück an die integrative Ganztagsgrundschule in Birgelen kehren.

Ihre Rückkehr in eine Grundschule ist aber beschlossene Sache: „Das Freiwillige Soziale Jahr beim Kreissportbund hat mich in meinem Berufswunsch bestärkt.” Die Wegbergerin will Grundschullehrerin werden.

Stefanie Schröders ist eine von rund 130 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bundesweit im Sport ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten. „Eine Lehrerin hat mich auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht”, erzählt sie.

Die Kooperation des Kreissportbunds mit der Katholischen Grundschule Birgelen bot der jungen, sportbegeisterten Frau die Möglichkeit, Erfahrungen mit Erstklässlern zu sammeln. Im Anschluss an ihr Abitur am Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg, entschied sie sich für das Freiwillige Soziale Jahr, um „erstmal eine Lernpause” einzulegen.

„Ich wollte etwas Sinnvolles machen”, begründet Stefanie ihre Entscheidung. Aktuell arbeiten zwei FSJ´ler im Kreissportbund Heinsberg. Genau wie Stefanie Schröders ist der 21-jährige Dietrich Reimchen - Dima genannt - mindestens einen Tag in der Woche im Büro an der Stapper Straße und organisiert Sportangebote für den Kreis Heinsberg. Im Wechsel werden Stefanie und Dima bei den Birgeler Grundschülern eingesetzt.

Den Kindern mit Behinderungen beim Essen zu helfen, war ihre erste Aufgabe nach den Sommerferien im vergangenen Jahr. Später hat Stefanie regelmäßig im Sportunterricht geholfen und eine eigene Sport-AG angeboten. „Ich habe mir verschiedene Ballspiele überlegt und einen Parcour aufgebaut”, erzählt sie. An ihrem FSJ schätzt sie besonders, dass sie ihre eigene Kreativität einbringen kann. Ihre Sportbegeistung - sie ist aktiv im Reiten und Showtanz - konnte sie spielend auf die Kinder übertragen.

Zwischen 300 und 350 Euro erhalten die FSJ´ler durchschnittlich im Monat für ihren Einsatz, dazu gibt es etwa 24 Tage Urlaub, überregionale Seminare und ein Abschlusszeugnis. Für das Freiwillige Soziale Jahr gibt es außer einer Altersbeschränkung von 16 bis 27 Jahren keine speziellen Voraussetzungen.

Wer sich für ein FSJ im Kreissportbund interessiert, sollte jedoch starke Nerven haben, informiert Margit Jansen, Sportfachkraft im Kreissportbund. Interesse an Arbeit mit Kindern und Sportbegeisterung seien selbstverständlich. Ende Juli endet das FSJ von Stefanie und Dima. „Für Dima haben wir noch keinen Nachfolger”, gibt Margit Jansen bekannt. Seit 2002 werden im Kreissportbund FSJ´ler eingesetzt. „Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht”, erinnert sich Jansen.

Die jungen Leute seien sehr engagiert und motiviert und hätten„ jede Menge Lust, neue Dinge auszuprobieren”. Stefanie Schröders setzt alles daran, weiter mit Kindern arbeiten zu können. In ganz Deutschland hat sie sich für einen Studienplatz für das Grundschullehramt beworben. Der Abschied von Wegberg wird auch nicht leicht.