Hückelhoven-Ratheim: Hückelhovener Kirchenchöre singen anspruchsvolles Programm

Hückelhoven-Ratheim : Hückelhovener Kirchenchöre singen anspruchsvolles Programm

Der Chorraum war zu klein für die 150 Sängerinnen und Sänger beim Gemeinschaftskonzert der Kirchenchöre aus Hückelhoven in der Pfarrkirche St. Johannes d.T. in Ratheim. Und nur zwei gemeinsame Proben hatte es gegeben, um dann am Ende doch ein anspruchsvolles Programm zu präsentieren.

Zu Hause hatten die Chöre mit ihren Stammdirigenten das Konzert vorbereitet: Ulli Minkenberg in St. Dionysius Doveren; Bernd Kleinen in St.Brigida Baal und Herz Jesu Rurich; Jürgen Knorr in St.Gereon Brachelen; Karl-Heinz Kremers in St.Leonhard Hilfarth; Georg Lechner, der auch die Gesamtleitung hatte, in St. Lambertus und St. Barbara Hückelhoven, St.Bonifatius Schaufenberg und St. Johannes Ratheim.

Im ersten Teil des Konzertes standen Lob und Preis Gottes auf dem Programm. Und wer hätte dies zu Beginn der fünf Lieder nicht besser ausdrücken können als der fromme Johann Sebastian Bach mit „Wach auf, mein Herz, und singe”. War es Zufall, dass der Text vom großen evangelischen Liederdichter Paul Gerhardt stammt, dessen 400. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern?

Auch das zweite Lied „Groß ist der Herr”, in welchem Gottes Größe in der Natur besungen wird und vom Chor a cappella vorgetragen, kam aus dieser evangelischen Tradition, nämlich von Carl Philipp Emanuel Bach, dem dritten Sohn Bachs.

Der zweite Teil des Konzertes war am Tag nach dem Fest Mariae Geburt der Mutter Gottes gewidmet, deren viele Titel in der katholischen Frömmigkeit, wie Himmelskönigin oder Königin des Friedens, musikalisch durchbuchstabiert wurden. Hier gefiel besonders das „Regina coeli” des großen Venezianers Antonio Lotti.

Beim Werk des zeitgenössischen Kirchenmusikers und Komponisten Willy Trapp „Gegrüßet seist du, Königin” sangen die Konzertbesucher begeistert mit. Mit Ullrich Peters an der Orgel, der den großen Chor bei einigen Stücken behutsam begleitete, hatten die Veranstalter einen Glücksgriff getan. Besonders bei seinen Orgelimprovisationen zeigte der ehemalige Dozent für Improvisation am Gregoriushaus in Aachen meisterhaftes Können und bewies, dass die Orgel wirklich die Königin der Instrumente ist.

Kantor Georg Lechner hatte den großen Klangkörper fest im Griff und führte souverän von pianissimo bis fortissimo durch den Nachmittag. Am Ende gab es viel Beifall, Blumen für Lechner und Peters und natürlich eine Zugabe: Einen Gesang zur Dreifaltigkeit aus dem 15. Jahrhundert.