Hückelhoven: „Hückelhoven ist auf dem Weg”

Hückelhoven : „Hückelhoven ist auf dem Weg”

674 Menschen finden in der Aula des Gymnasiums, der „guten Stube” der Stadt Hückelhoven, Platz.

Nach der gründlichen Renovierung in diesem Sommer, bei der auch die gesamte Technik komplett erneuert wird, werden es 750 Besucherplätze sein.

Auch sie hätten freilich am Samstag nicht ausgereicht, um allen, die der Einladung des Bürgermeisters zum Neujahrsempfang gefolgt waren, einen Sitzplatz zu bieten: Man stand selbst auf der Galerie.

„Ein ausverkauftes Haus zeigt mir, dass Ihr Interesse an der Stadt Hückelhoven und ihrer Entwicklung sehr groß ist”, sagte Bürgermeister Bernd Jansen, der jetzt seit dreieinhalb Monaten im Amt ist und für den es der erste große öffentliche Auftritt nach seiner Wahl war.

Bürgermeister Alfred Falk hatte 1965 zum ersten Mal Repräsentanten des öffentlichen Lebens, aber auch „ganz normale” Bürger, die sich in ihrer Freizeit in vielfältiger Form um das Leben in der Stadt verdient gemacht haben, zu einem Empfang am Anfang des neuen Jahres geladen.

Jansen ist mit 37 Jahren der jüngste Bürgermeister in der Geschichte Hückelhovens - und er trug den Elan seiner Jugend auch nach außen hin sichtbar bei diesem 40. Neujahrsempfang der Stadt vor.

Nach dem Gedenken an die Opfer der Katastrophe in Südasien und den kürzlich verstorbenen CDU-Landtagsabgeordneten Franz-Josef Pangels („Er hinterlässt in unserer Gemeinschaft eine große Lücke”) folgte ein locker-fröhlicher Filmstreifen, in dem Kinder, die in verschiedenen Vereinen des Stadtgebietes engagiert sind, mit der ihnen eigenen Unbekümmertheit Neujahrsgrüße überbrachten.

Der Bürgermeister mit dem CDU-Parteibuch lobte die im Großen und Ganzen von Sachlichkeit geprägte Arbeit im Hückelhovener Stadtparlament - „Über die Wege können wir diskutieren, über die Ziele sollten wir uns einig sein.” - , aber auch die gute Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung, die er als „sehr konstruktiv und offen” beschrieb.

In seiner von großem Optimismus geprägten Rede streifte Jansen all das, was die Stadt in den vergangenen Jahren unternommen hat, um den Strukturwandel nach Schließung der Zeche auf den Weg zu bringen und die Weichen für eine Zukunft ohne Kohle als Wirtschaftsfaktor zu stellen.

Natürlich steht da an erster Stelle das Hückelhoven Center als greifbares und sichtbares Zeichen des neuen Hückelhoven im Schatten des alten Förderturms von Schacht III : „Dass Strukturwandel und Tradition auch mit- und nebeneinander einen Platz finden, wird bei unserem neuen Hückelhoven Center eindrucksvoll deutlich”, sagte er.

Deutlicher Akzent

Wohl wissend, dass dieser Prozess für manche auch schmerzhaft sein wird, setzte Jansen gleichwohl einen deutlichen Akzent: „Ich weiß um die Tradition in unserer Stadt. Aber jetzt heißt es, den Strukturwandel weiter voran zu treiben und neue Wege zu gehen.”

Diese Maxime fand auch im musikalischen Rahmenprogramm Ausdruck: Die aus Hilfarth stammende (Jansen: „Sie ist ein Hückelhovener Mädchen”) Isabell Classen, die inzwischen auf den internationalen Musical-Bühnen festen Boden unter den Füßen hat, brachte in Begleitung von Michael Forg am Flügel etwa mit Cole Porters „Sei mal verliebt” frischen Wind in die Aula.

Wichtiger Teil

Und mit den Musikvorträgen der Blasmusikvereinigung Hückelhoven kam selbstredend auch die Tradition nicht zu kurz.

Als Gastredner ergriff Hans-Josef Geiser als Vorsitzender des Stadtsportverbandes, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, das Wort. Dies auch als eine Verbeugung vor den vielen im Stadtgebiet ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer, ohne die das Vereinsleben (Jansen: „Der Pulsschlag einer jeden Stadt”) nicht denkbar wäre.

Geiser stellte die Bedeutung des Sports und der Vereine als wichtigen Bestandteil von Bildung und Erziehung heraus, die der Unterstützung der Politik dringend bedürften.

Kurzes Resümee

„Hückelhoven kommt” versprach Bernd Jansen zu Beginn seiner Neujahrsansprache. Und am Ende seiner mit viel Beifall bedachten Ansprache resümierte der Bürgermeister: „Wir sind auf dem richtigen Weg.”