HS-Petrus und die Austrittswelle

HS-Petrus und die Austrittswelle

Jürgen W. Möllemann ist aus der FDP ausgetreten. Damit hat das monatelange Ringen um den streitbaren Spaß-Politiker ein Ende. Wie Sie sicher in dieser Zeitung gelesen haben, war das aber nicht die einzige Hammer-Meldung, mit der die FDP in diesen Tagen klar kommen musste.

Auch FDP-Mitglieder aus dem Kreis Heinsberg haben ein Zeichen gesetzt und gegen die unfaire Behandlung ihres ehemaligen Landesvorsitzenden protestiert.
Acht Mitglieder aus Hückelhovener und eins aus Wassenberg sind ebenfalls aus der Partei ausgetreten und haben dem Stadtverband Hückelhoven damit einen Mitglieder-Verlust von fast 30 Prozent zugefügt.
Somit scheint sich der Kreis Heinsberg als die große Möllemann-Sympathisanten-Region heraus zu kristallisieren. Die neun Abtrünnigen haben zwar noch nicht ganz die Anzahl der biblischen Vorbild-Jünger erreicht, aber es wäre wahrscheinlich auch zu viel des Guten, Jürgen W. Möllemann zu einem neuen Märtyrer des Abendlandes zu machen. Dieter Mückter, der Initiator der Austrittswelle, so gesehen der HS-Petrus, gab als Grund an, dass "ein verdientes Mitglied der Partei wegen des Aussprechens der Wahrheit nicht derartigen Repressalien ausgesetzt werden dürfe".
Das ist Klartext, wie es sich für Aussteiger gehört. Dass Möllemann als FDP-Mann viel verdient hat, mag ja auch keiner bezweifeln, dass er aber immer die Wahrheit gesagt haben soll, erschließt sich nicht unbedingt jedem. Wie dem auch sei, Jürgen W. Möllemann und die Gefährten treten jetzt den Weg ins partei-politische Exil an. Und da sie keiner haben will, denken sie selbst über eine Neugründung nach. Möglicher Name: Sinnlose Partei Deutschlands - ach ne, die gibt´s schon.