Düren: Homogene und ausdrucksstarke Melodien

Düren : Homogene und ausdrucksstarke Melodien

50 Sängerinnen und Sänger, fünf Monate Proben, ein Ziel: Am Samstagabend präsentierte sich der Projektchor „Just for concert“ im Konzert unter der Leitung von Walter Drees in einem gut besetzten Haus der Stadt. Elegant in Schwarz gekleidet, eröffneten die Musiker im Alter zwischen 16 und 55 Jahren ihr Programm mit „Joyful, joyful“ von Mervyn Warren. Ein Stück, dem die Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ zugrunde liegt, die umgebettet in die Klangwelt des Gospels einen insgesamt wohlklingenden Einstieg markierte.

Neben den Sängerinnen und Sänger positionierten sich drei Musiker: Schlagzeuger, Pianist, Gitarrist. Optisch betrachtet, wirkten die drei Herren ein wenig abseits vom Geschehen, ausgegrenzt. Doch im Zusammenspiel fiel die Distanz keineswegs ins Gewicht. Im Gegenteil, es war durchweg ein homogener Apparat, der auf der Bühne agierte.

Im weiteren Verlauf waren im Programm Stücke wie „Children of the light“ von Mark Hayes eingewoben, das durch seine harmonische und melodische Beschaffenheit große Ausdruckskraft besitzt.

Solistin zunehmend präsent

Bei einigen Stücken agierte eine Solistin: Dorothèe Larue-Hildebrand. Zu Beginn zeigte sie sich ein wenig zaghaft; die Stimme verlor in den Höhen an Sicherheit, war zu dünn. Mit zunehmender Dauer aber wurde der Gesang in den Solopassagen zunehmend präsenter und bekam die nötige Portion Mut, um gegen den Chor über weite Strecken doch noch gut anzusingen.

Die Damen und Herren des Chores schafften es, die verschiedenen Charaktere der Stücke herauszustellen, ihnen ein Gesicht zu geben. In diesem Gesicht fehlte allerdings oftmals die Ausgeglichenheit zwischen dunkler und heller Klangfarbe, zwischen hohen Stimmen und den Bässen. Diese Verschiebung rührte zum Teil von der eingesetzten Technik während des Konzertes. Der gesamte Chor sang in Mikrofone, mit denen immer etwas verloren geht. Zudem waren die Musiker an Lautsprecher geschaltet, was manchmal zu einem Geräuschgewirr führte, in dem einzelne Stimmen, Strukturen, Elemente nur schwer zu identifizieren waren.

Doch diese technischen Probleme schmälerten nicht die eigentliche Leistung der Aktiven auf der Bühne. Denn insgesamt bot sich dem Zuschauer im Haus der Stadt eine abgerundete Leistung, die atmosphärisch immer tief griff, Welten schuf und somit musikalisch Gefühle erzeugte.

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