Wassenberg: Hohe Nitratbelastung in Birgelener Brunnen

Wassenberg : Hohe Nitratbelastung in Birgelener Brunnen

181 Milligramm Nitrat pro Liter fanden die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz (Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse) in diesem Jahr in einem Birgelener Brunnen.

Verwendet man so stark belastetes Wasser zum Gießen, so kann es zur Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten wie Salat, Spinat oder Rote Bete kommen. Letztmalig wurden derart starke Nitratbelastungen im Raum Wassenberg 2002 festgestellt. Damals fanden die Gewässerschützer in mehreren privat genutzten Brunnen im Ortsteil Effeld derart hohe Werte. Die Spitzenbelastung lag bei 198 Milligramm pro Liter.

In über einem Drittel der vor zwei Jahren untersuchten Brunnen lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation von 50 Milligramm pro Liter. In diesem Monat sollen die Untersuchungen wiederholt werden, um festzustellen, wie sich die Belastung geändert hat.

Nitrate nimmt der Mensch über sein Trinkwasser und seine Nahrung zu sich. Mögliche Gefährdungen gehen dabei aber nicht vom Nitrat selbst aus, sondern vom Nitrit, das durch die Umwandlung aus Nitrat entsteht. Nitrit bildet zusammen mit Eiweißabbauprodukten (so genannte Aminen) krebserzeugende Nitrosamine.

Bei Trinkwasser mit erhöhten Nitratwerten steigt das Risiko an Krebs zu erkranken. Werden Säuglinge mit nitratbelastetem Wasser ernährt, kann es zur Blausucht kommen. Das bedeutet, der Körper kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes soll daher der Nitratgehalt im Trinkwasser möglichst niedrig sein.

Nitrat ist ein Bestandteil vieler Dünger in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Wurde zu stark oder zum falschen Zeitpunkt gedüngt, kommt es zu einer verstärkten Auswaschung und somit zu höheren Nitratkonzentrationen im Grundwasser. Besonders gefährdet ist das Wasser in Bereichen mit intensiven Sonderkulturen.

Besondere Probleme entstehen oft auch durch Massentierhaltungen. Da diese selbst über eine zu geringe Anbaufläche für Futtermittel verfügen, kann die in der Gülle anfallende Stickstoffmenge nicht sinnvoll verwendet werden und muss über die Felder entsorgt werden. Der Nitratgehalt steigt somit über das für unsere Region normale Maß an.

Gute Alternative

Gerade überprüftes Brunnenwasser stellt im Garten eine gute Alternative zur Verwendung von Leitungswasser dar. Je nach Belastungsgrad kann es zu Einschränkungen kommen. So unterscheiden sich die Anforderungen an die Wasserqualität je nach Verwendungszweck. Will man das Wasser trinken, so müssen die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser eingehalten werden.

Plant man aber die Verwendung des Wassers im Planschbecken, so ist auch ein höherer Nitratwert tolerierbar. Da aber selbst benachbarte Brunnen aus unterschiedlichen Grundwasserleitern fördern können, sollte jeder Brunnenbesitzer regelmäßig die Qualität des eigenen Wassers überprüfen. Die Brunnenbesitzer erhalten durch ihre Teilnahme an der Untersuchung Informationen über den Zustand ihres Wassers. In weiteren vertiefenden Gesprächen können dann mögliche Belastungsquellen lokalisiert, saniert oder öffentlich gemacht werden.

Im Gegenzug erhält der VSR durch die Analyse vieler einzelner Brunnenwässer Informationen über den Zustand des oberflächennahen Grundwassers einer Region. Da die Verunreinigungen in den vorhandenen Konzentrationen weder eine Geschmacks- noch eine Geruchsveränderung verursachen, reichen die dem Menschen eigenen Sinne für eine notwendige Bewertung und Qualitätskontrolle nicht aus.

Stickstoffgehalt

Deshalb bietet der VSR-Gewässerschutz Brunnenbesitzer an, ihr Wasser zu analysieren. Für die Bewertung des Wassers zum Gießen wird der Stickstoffgehalt (Nitrat und Nitrit) sowie der Säure- und Salzgehalt gegen eine Unkostenbeteiligung von 19 Euro bestimmt. Auf Wunsch können weitere chemische Parameter wie Cadmium, Quecksilber, Blei, Insektizide und coliforme Keime gegen Übernahme der Kosten analysiert werden. Auch Bodenuntersuchung auf vorhandene Schwermetalle sind möglich.

Brunnenwasser- und Bodenproben können am Mittwoch, 11. August, von 17 bis 19 Uhr auf dem Roßtorplatz in Wassenberg am Infomobil übergeben werden. Zur Probenahme und zum Transport sind Mineralwasserflaschen besonders geeignet, die zuvor mehrmals mit dem jeweiligen Brunnenwasser gespült wurden.

Bei Untersuchungen auf die Trinkwasserqualität darf die Probe höchstens vier Stunden vor der Abgabe am Infomobil abgefüllt werden. Die umfangreiche Analyse findet dann in einem Labor der Umweltschutzorganisation statt. Die Ergebnisse erhält der Brunnenbesitzer dann per Post.

Weitere Informationen gibt es immer Montag vormittags unter 02831/976523 oder unter http://www.VSR-Gewaesserschutz.de