Wassenberg: Historisches Handwerk gelangt zu neuen Ehren

Wassenberg : Historisches Handwerk gelangt zu neuen Ehren

Strahlende Sonne, heiteres Gedränge und gute Stimmung: Die „Zutaten” stimmten beim Kapuzinermarkt, den der Gewerbeverein Wassenberg vor 19 Jahren aus der Taufe gehoben hat mit anfangs stark betontem, sehr attraktivem Ambiente im historischen Sinn.

Das Letztere beschränkte sich diesmal auf den Bereich „Roßtorplatz” und den eigentlichen „Kapuzinerbereich”, auf dem allerdings die reizenden rot-weiß gestreiften sommerlichen Büdchen ganz fehlten. Dafür allerdings hatte hier die „Kapuzinerklause” im Torbogen des Hauses von Hanns und Ilse Heidemanns den St. Georgius-Schützen einen idealen Ort für heimatliche Klänge, Geplauder und deftiges Essen und Trinken gegeben.

Gewerbeverein und Marktbeschicker Leines wussten die „Historie” gut zu nutzen. Die historischen Stände fanden großes Interesse auch bei vielen Gästen von auswärts. Der junge Schmied arbeitete noch nach den Feuermethoden von früher.

Sein Feuer qualmte zwar ganz ordentlich, doch der junge Mann wusste mit den Gerätschaften umzugehen und vor allem den jungen Leuten zu zeigen, wie man überhaupt ein dauerhaftes Feuer anlegt. Die „Spinnerin” am Rocken oder mit der Handspindel fand ebenfalls ihre Zuschauer, vor allem ihre schöne Wolle, die für Rheumageplagte Linderung verspricht, fand Interesse. In den Töpferabteilungen verschiedener Art gab es viele neue Ideen und geschmackvolle Ware zum Dekorieren.

Einige Maler zeigten ihre Galerien im hellen Sonnenschein. Die Bernsteinabteilung lockte ebenfalls an. „Bernsteinschmuck ist wieder modern, nachdem wir wieder mehr Zugang zum Osten und zu den Küstenabschnitten der Ostsee haben”, klärte die Schleiferin auf, die aus einem grauen, verdreckten Stückchen einen schönen Anhänger oder Glieder für sehr dekorative Armbänder zauberte. Diese historischen Handwerke und Kunsthandwerke wollen die Verantwortlichen des Gewerbevereins demnächst noch mehr ausbauen gegenüber dem reinen Verkaufsangebot.

Die Musikgruppe „Notabene” spielte schon zur Eröffnung ihre ersten Weisen auf dem Markt. In den übrigen Marktstraßen war es entweder zu voll oder zu leer - je nach Tageszeit. Der Verkaufserfolg in den Geschäften war unterschiedlich: Zeitweise wenig bis mäßig, zeitweise herrschte auch drangvolle Enge.

Es wurden hauptsächlich Ausrüstungen für den Urlaub oder notwendige „kleine Helfer” gekauft. Armbanduhren und Lederwaren gingen sehr gut. Das hat schon Tradition auf dem „Kapuzinermarkt”. Der „Direktverkauf ab Karton” dagegen - so geschehen am Ortseingang - war leider nicht nach dem Geschmack vieler Marktbesucher.

Sehr günstig war die Parkfrage gelöst. Der Baugrund für das künftige Zentrum an der Parkstaße konnte als Parkfläche genutzt werden. Manches Gedränge wurde so vermieden.

„Wassenberg ist doch ein sehr schönes Städtchen”, meinte eine Besucherin. „Unser Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt”.