Wassenberg/Effeld: Hinter dem Effelder Waldsee ruft der Pirol

Wassenberg/Effeld : Hinter dem Effelder Waldsee ruft der Pirol

Die traditionellen Vogelstimmenwanderungen des Heimatvereins Wassenberg und der Effelder Naturfreunde in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Maas-Schwalm-Nette an zwei Terminen im Mai fanden wieder großes Interesse bei vielen Liebhabern der gefiederten Freunde.

Die erste Wanderung am noch kühlen Morgen des 1. Mai hatte 46 Wanderer in Wassenberg aus dem gesamten Gebiet des Naturparks angelockt. Mehr als 40 Vogelarten konnten beobachtet oder anhand ihres Gesanges bestimmt werden, in welchem Fach sich Christoph von der Beek und seine Geschwister bestens auskannten.

Der Schwarzspecht war am Birgelener Pützchen zu sehen. Dadurch, dass es gesanglich etwas ruhiger war an diesem kühlen Morgen, konnten die einzelnen Arten genauer gehört und erklärt werden. Den mitwandernden Kindern konnten Grasmücken, Zilpzalp und Zaunkönig so gezeigt werden, dass sie diese Vögel auch selbst wiedererkennen.

Hinter dem Friedhof wurden an einer neuen Hohltaubenkolonie zwei Paare bei der Fütterung der Jungvögel an den Baumhöhlen beobachtet. Die früher in den schönen alten Buchen am ehemaligen Kloster brütenden Hohltauben haben ihr Domizil verlegt, nachdem die Buchen abgeholzt wurden.

Der ehemalige, langjährige Heimatvereinsvorsitzende Karl-Heinz Geiser berichtete auch bei dieser Wanderung am Denkmal des ehemaligen Marienklosters aus der Geschichte des Judenbruches und des Klosters. So wurde die alte, besonders enge Bindung der Wassenberger an ihr Judenbruch und ihr Kloster der Vinzentinerinnen noch einmal lebendig.

Blieben einige altbekannte Vogelarten in Wassenberg an diesem Tag stumm, so konnten die Besucher bei der Effelder Wanderung am Pfingstsonntag alle Vogelarten „genießen”, die in und um Effeld mit seinem Waldsee einheimisch und dabei vielfältig sind. In Effeld war es gleichzeitig die 25. Vogelstimmenwanderung.

24 Teilnehmer wurden gezählt aus dem gesamten Stadtgebiet. Die äußeren Bedingungen waren ideal: sonniger Himmel schon frühzeitig und angenehme Temperaturen. Die Vögel lieben das auch. Sie waren besonders sangesfreudig. Allein die Nachtigall, die Königin der Vogelwelt mit ihrer einzigartigen Stimme, ließ ihren Gesang nur aus der Ferne hören. Dafür waren drei Kuckucke zu hören und konnten angelockt werden.

Goldammer

Dorn- und Gartengrasmücke sangen unmittelbar nebeneinander. Eine Goldammer saß in kurzer Entfernung in einer Baumspitze. Sie ließ sich von der sie beobachtenden Gruppe nicht im geringsten stören. Das Besondere an der Effelder Wanderung sind die mehrfachen Landschaftstypen: Garten-, Feld-, Wiesen- und Wasserlandschaft lassen die hier lebenden Vögel, darunter Kiebitz, Feldlerche und zahlreiche Grasmückenarten, gut beobachten.

Eine Rohrweihe glitt durch die Wiesen. Höhepunkt und Star unter den fast 60 Vogelarten war der Pirol, der hinter dem Waldsee am Grenzübergang aus unmittelbarer Nähe gehört werden konnte mit seinem „Bülow-Ruf”, der für unsere Gegend einmalig ist. Dem „Jubiläumsmorgen” gemäß ließ sich der Pirol auch einmal sehen bei seinem Flug aus den Pappeln am „Männke” über den Altarm der Rur in Richtung Waldsee. Die Vogelfreunde waren begeistert.

Die Effelder Naturfreunde zeigen großes Interesse am Erhalt dieser schönen, vielgestaltigen Landschaft rund um ihr Dorf. Das beweisen sie auch durch jährliche Neuanpflanzungen.

Eine besondere Überraschung war aus Anlass des 25-jährigen Bestehens eine gastliche Einladung an alle Teilnehmer nach Abschluss der Wanderung, die zum echten Erlebnis geworden war. Die Ehrung der beiden Ornithologen Christoph und Peter von der Beek in der Nachfolge ihres Vaters Willy von der Beek durch Hans-Peter Schreiber, den Wanderführer der Naturfreunde, festigte noch die Gemeinsamkeit der Vogelfreunde.