Wassenberg: Henning Krautmacher sorgt beim Schlemmer-Markt für Begeisterung

Wassenberg : Henning Krautmacher sorgt beim Schlemmer-Markt für Begeisterung

Schlemmer-Markt-Broschüre, T-Shirt, Jacke oder gar Gitarre: Henning Krautmacher — am Donnerstagabend in Wassenberg von der gastgebenden Stadt und unserer Zeitung ausgezeichnet mit der Goldenen Schlemmer-Ente — schrieb sein Autogramm geduldig auf alles, was ihm entgegengehalten wurde.

Der begeistert gefeierte Frontmann der Kölner Band Höhner hatte sichtlich Spaß an seiner Ehrung und „überstrahlte alles“, wie ihm mit Blick auf seine gute Laune Landrat Stephan Pusch schon zur Begrüßung bescheinigt hatte.

Begeistert stimmte das Publikum mit ein in „Die Schlemmer-Ente“, in den Song, den Henning Krautmacher eigens für diesen Abend getextet hatte. Foto: Anna Petra Thomas

Die Menschen, die auf den Roßtorplatz gekommen waren, standen nach der Verleihung auf der Terrasse des Alten Rathauses Schlange, um ein Autogramm von Krautmacher zu ergattern oder ein Foto mit ihm fürs private Album zu schießen. Mit dieser Publikumsnähe reihte er sich nahtlos ein in die Riege seiner vielen populären Vorgänger im Reigen der Preisträger.

Marina Haumann vom Feinschmecker-Paradies Lebens Art in Wegberg hatte — passend zum Schlemmer-Enten-Preisträger von der Kölner Band Höhner — ihr Zelt mit ihrem eigenen Karnevalshut in Rot und Weiß dekoriert. Foto: Anna Petra Thomas

Doch Krautmacher setzte noch einen drauf, als er zur Melodie von Mike Krügers „Mein Gott, Walther“ einen eigens für den Abend getexteten Song als Dankeschön zum Besten gab. Schnell stimmte das Publikum mit ein in „Die Schlemmer-­Ente“, die sich quasi immer wieder als Refrain auf seine humorvolle Dichtung reimte. „Heute dreht sich die Welt in diesem schönen Ambiente“, sang er, „nur noch um das eine: die Schlemmer-Ente.“

Marc Ohlenforst vom gleichnamigen Effelder Restaurant hat auch in diesem Jahr wieder Kostproben seiner feinen, ­saisonal ausgerichteten Küche mit auf den Schlemmer-Markt gebracht. Foto: Anna Petra Thomas

Am Ende des Liedes eröffnete er schon die Suche nach dem nächsten Träger des Preises mit der Frage: „Nach mir — als Hohn — wer soll ihn jetzt noch bekommen? Eine schwere Frage! Das Rätseln hat begonnen!“ Tosender Applaus folgte seinem letzten Reim: „Ich hab ‘nen Vorschlag! Das wäre die Pointe! Gebt den Preis Donald Trump — äh, ich meine Donald Duck, die Schlemmer-Ente.“

Seine Auszeichnung bekomme jedenfalls einen Ehrenplatz neben seinen Gold- und Platin-CDs, sagte Krautmacher im Interview mit Regionalredakteur und Moderator Dieter Schuhmachers vor der großen Zuhörerschar „Ich freue mich wie Bolle!“ Und er könne gar nicht verstehen, warum die Höhner noch nie ein Konzert auf diesem schönen, kleinen Flecken gegeben hätten, versprach er, alles dafür zu tun, dass die Band schon bald in Wassenberg spiele. „Ich werde all mein Gewicht reinlegen, damit das Management dies möglich macht!“

Sein Faible fürs Kochen und für die so entstandenen Kochbücher erklärte er ganz einfach. In der Musikwelt gebe es sieben Töne, beim Kochen sechs Geschmacksrichtungen: süß, salzig, sauer, bitter, herb und scharf. Danach gelte es für einen Hobbykoch wie ihn, immer wieder Neues zu kreieren. Er plädierte für den Verzicht auf Fastfood und für die Wiederentdeckung alter, einfacher Gerichte wie etwa Arme Ritter (in Eiermilch eingetauchte und dann gebratene Brotscheiben).

„Wenn ich zu Hause bin, steh ich auch selbst am Herd“, verriet er. „Und wir ­nehmen uns Zeit zum Essen, wir sitzen gemeinsam am Tisch. Bei uns gibts gute Hausmannskost.“ Auch zwischen ihren Auftritten würden er und die übrigen Bandmitglieder auf so etwas wie von ihm „Festzeltgarnelen“ genannte Würstchen verzichten, erzählte er von seinen selbst geschmierten Butterbroten.

Er habe in Wassenberg neue Freunde gewonnen, zeigte sich Henning Krautmacher überzeugt und wählte schließlich für die vom Publikum geforderte Zugabe ganz dazu passend: „Echte Fründe“!

Bei seinem Rundgang über den Markt, bei dem ihn in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Manfred Winkens auch der Landrat begleitete, brauste immer wieder Applaus auf, probierte Krautmacher begeistert die Angebote der Marktteilnehmer und war am Ende sicher: „Die Idee ist genial. Was kann es Schöneres geben, als zu genießen? Ich werde ein großer Werber für den Schlemmer-Markt werden!“

(anna)
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