Kreis Heinsberg: „Heinsberger Land“: Kritik wird laut in Hückelhoven

Kreis Heinsberg : „Heinsberger Land“: Kritik wird laut in Hückelhoven

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und die Kreisverwaltung sind jüngst vom Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus mit einem einstimmigen Votum beauftragt worden, bei den kreisangehörigen Städten und Gemeinden ein Meinungsbild zur Aufstellung einer touristischen Unterrichtungstafel einzuholen.

Sowohl an der Autobahn 46 als auch der neuen Bundesstraße 56 soll das Schild mit der Aufschrift „Heinsberger Land — südlicher Niederrhein“ angebracht werden. Die WFG soll dann dem Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus sowie dem Kreisausschuss eine entsprechende Beschlussvorlage vorzulegen.

Kritische Töne sind dazu aus dem Arbeitskreis Hückelhoven im Heimatverein der Erkelenzer Lande zu vernehmen: „Heinsberger Land — das ist doch kein Thema für touristische Autobahnschilder“, hieß es. Der Kreis Heinsberg sei eine Verwaltungseinheit, kein Raum, mit dem man sich identifiziere.

„Man sieht’s doch an den Autokennzeichen, in wenigen Jahren schon ist das HS-Kennzeichen in der Minderheit gegenüber ERK und GK.“ Die Themen „Touristische Autobahnschilder“ und „Identifikation der Menschen im Kreis“ standen unter anderem auf der Agenda des jüngsten Stammtischs des Arbeitskreises Hückelhoven im Hotel am Park.

Hintergrund der Debatte war unter anderem ein Antrag der SPD-Kreistagsfraktion zur Aufstellung derartiger Schilder beispielsweise für Schacht 3 und die historische Altstadt in Wassenberg, aber auch für das Heinsberger Begas-Haus und den westlichsten Punkt Deutschlands im Selfkant. Von der Kreisverwaltung war in diesem Zusammenhang auf das umfassende Regelwerk zur Aufstellung solcher Schilder verwiesen und schließlich der WFG-Vorschlag mit den beiden Heinsberger-Land-Schildern eingebracht worden.

„Heinsberger Land“ sei eine touristische Null-Information, da es ein derartiges Land nie gegeben habe, nicht gebe und noch weniger geben werde, hieß es beim Hückelhovener Stammtisch. Mit derartigen Kennzeichnungen müssten sich vor allem die Menschen identifizieren können, da das hier nicht der Fall sei, bleibe Heinsberger Land „ein aufgesetztes Marketing-Projekt ohne Substanz.“ Dagegen seien konkrete Hinweise auf herausragende Sehenswürdigkeiten wie Schacht 3 informativ und nachvollziehbar, darum auch von touristischem Wert, erklärte Arbeitskreis-Leiter Willi Spichartz.

Die Ablehnung eines Schildes mit dem Hückelhovener Fördergerüst sei umso unverständlicher, als an der A 61 beispielsweise das Schild „Naturpark Rheinland“ ohne jeden Informationswert dastehe, in Rheinhessen ein Schild „Dalsheimer Fleckenmauer“ mit Sicherheit einen erheblich geringeren Informationswert als „Besucherbergwerk Schacht 3“ besitze.

Darüber hinaus, so Spichartz weiter, habe Hückelhoven mit Korbmachermuseum und Museum der Mineralien- und Bergbaufreunde zwei weitere Anziehungspunkte jetzt schon für jeweils Tausende von Besuchern im Jahr, da liege noch eine Menge Potenzial für Koordination, Kooperation und Marketing. Darin solle der Kreis die Städte und Gemeinden unterstützen, hieß es vom Hückelhovener Arbeitskreis im Heimatverein der Erkelenzer Lande.

(red)