Heinsberg: Heinsberger Kreishaus auf Tihange-Störfall vorbereitet

Heinsberg : Heinsberger Kreishaus auf Tihange-Störfall vorbereitet

Im Heinsberger Kreishaus lagern derzeit rund 440.000 Kaliumjodid-Tabletten mit Beipackzettel. Diese können im Falle eines Störfalls mit radioaktiven Freisetzungen im Kernkraftwerk Tihange in Belgien direkt an die Städte und Gemeinden zur weiteren Verteilung an die Bevölkerung ausgegeben werden.

Darüber informierte Dezernentin Liesel Machat in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales. Sie beantwortete damit eine Anfrage der SPD-Fraktion zu den geplanten Maßnahmen des Ka­tastrophenschutzes bei einem Störfall in diesem Kernkraftwerk.

Überregionale Aufgabenstellung

Zunächst sei das Krisenmanagement in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen eine überregionale Aufgabenstellung, erläuterte Machat. In diesem Zusammenhang habe sich die nordrhein-westfälische Landesregierung bereits wiederholt gegenüber Belgien für die Abschaltung des Kernkraftwerks Tihange eingesetzt.

Die vom Land vorgesehenen Schutzmaßnahmen würden den „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ von den Experten der Strahlenschutzkommission beim Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) entsprechen.

Messprogramme vorbereitet

In Bezug auf das Kernkraftwerk Tihange liege der Kreis Heinsberg demnach im Planungsgebiet ­„Außenzone. „Für diese Bereiche sind nach den Rahmenempfehlungen der Strahlenschutzkommission keine Evakuierungsplanungen vorzusehen“, so Machat. Jedoch seien Maßnahmen zur Ermittlung und Überwachung der radiologischen Lage vorzubereiten.

Im Kreis seien in diesem Zusammenhang Messprogramme zur Ermittlung der radiologischen Lage vorbereitet, ebenso die Möglichkeit, die Menschen zum Aufenthalt in Gebäuden aufzufordern, Kaliumjodid-Tabletten zu verteilen und die Bevölkerung vor dem Verzehr frisch geernteter Lebensmittel zu warnen.

(anna)