Heinsberg: Heinsberg senkt gegen den Trend die Gewerbesteuer

Heinsberg : Heinsberg senkt gegen den Trend die Gewerbesteuer

„Ja ist denn heut schon Weihnachten?”, hätten Gewerbetreibende und „Normalbürger” am Freitag im Chor fragen können, wenn die „Frohe Botschaft” aus der Sitzung des Heinsberger Rates an ihr Ohr gedrungen wäre.

Zum einen sorgt der Beschluss einer neuen Satzung über die Erhebung von Abwassergebühren und Kanalanschlussbeiträgen für Freude, zum anderen dürfte die Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes frohlocken lassen.

Die neue Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes, der sich die Stadt anschließt, sieht unter anderem vor, dass künftig keine Mindestgebühr von umgerechnet 40 Kubikmeter Abwasser pro Jahr und Anschluss berechnet wird - wie bislang geschehen. Diejenigen, die weniger verbrauchen, werden künftig nur noch mit der tatsächlich genutzten Frischwassermenge belastet.

Auch der Anliegerbeitrag bei einer erstmaligen Kanalverlegung wird sich drastisch reduzieren - von 4,35 auf 2,10 Euro pro Quadratmeter.

Wirtschaftlich von besonderer Bedeutung wird jedoch vor allem die Senkung des Gewerbesteuersatzes von 360 v.H. auf 330 v.H. sein. „Wenn man in einer Zeit, in der sich die Kommunen in der größten Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik befinden, eine Senkung von Steuern vornimmt, dann muss man dies sicher als eine Ausnahme werten”, unterstrich Bürgermeister Josef Offergeld.

Die Senkung sei letztlich Konsequenz einer lang angelegten, soliden Wirtschaftsförderungs- und Finanzpolitik. „Unsere Gewerbesteuereinnahmen sind in einem solchen Umfang gestiegen, dass wir nicht nur den Haushaltsansatz des Jahres 2004 erreichen, sondern darüber hinaus mit dem reduzierten Hebesatz den Gewerbesteueransatz 2005 erzielen werden.”

Der erfolgreichen Ansiedlungspolitik von Gewerbe- und Industriebetrieben sollen somit weitere Impulse gegeben werden. „Viele jammern, wir in Heinsberg handeln”, so Offergeld.