Kreis Heinsberg: Heimische Wildbienen unterliegen dem Artenschutz

Kreis Heinsberg : Heimische Wildbienen unterliegen dem Artenschutz

Gelegentlich sind Bürger über bienen- und wespenähnliche Tiere beunruhigt, die an sonnigen Frühlingstagen vermehrt im Garten oder am Haus auftreten.

Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg wies jetzt jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich in all diesen Fällen um harmlose Wildbienen handele, die dem Menschen niemals gefährlich werden könnten. Es sei kein Besuch am Kaffeetisch zu befürchten.

Alle heimischen Wildbienen, von denen viele Arten bereits in ihrem Bestand bedroht sind, unterliegen dem besonderen Artenschutz; Bekämpfungsmaßnahmen sind daher nicht zulässig und auch gar nicht erforderlich. Dazu gehören auch die Hummeln, deren Völker sich zurzeit im Aufbau befinden. Die von manchen Bürgern gefürchteten, auffällig schwarz-gelb geringelten, Staaten bildenden Wespen machen sich erst im Sommer in größerer Anzahl bemerkbar; jetzt sieht man allenfalls einzelne Königinnen, die sich nach geeigneten Nistplätzen umsehen.

Ausnahmsweise sind bereits an warmen Apriltagen auch Kolonien von Feldwespen zu finden, erkennbar an den lang herabhängenden Hinterbeine bei fliegenden Tieren, die ihre Nester oft unter Dachpfannen anlegen; Stiche sind von ihnen meist nicht zu befürchten.

Bei den jetzt häufiger auftretenden Wildbienen handelt es sich um einzeln lebende Arten, die geeignete Löcher im Boden, in Totholz, Lehmwänden, Mauerspalten oder Ähnlichem als Brutkammern nutzen. Zwar versorgt jede Biene als „Einzelkämpfer” nur ihre eigenen Kammern, sind solche Brutplätze jedoch in größerer Anzahl konzentriert (etwa in einer sonnigen Rasenfläche oder an einer Hauswand mit zahlreichen kleinen Löchern), so gewinnt der Betrachter oft den Eindruck eines Bienenschwarmes. Bei den jetzt auftretenden Solitärbienen handelt es sich überwiegend um Mauerbienen (erkennbar am teils rötlichen Pelz), Pelzbienen (hummelähnlich, grau-schwarz geringelt) und Sandbienen (zum Teil wie Miniaturausgaben der Honigbiene aussehend).

Die Tiere fliegen jetzt nur einige Wochen bis Monate und sterben ab, sobald sie genügend Eier gelegt und die Brut mit Nahrung (Nektar und Pollen) versorgt haben. Nächstes Jahr um die gleiche Zeit fliegen ihre dann geschlüpften Nachkommen; bei der Sandbienenart Andrena flavipes tritt im Spätsommer noch eine zweite Generation auf.

Wer Gastgeber für Wildbienen geworden sei, könne dies als willkommene Gelegenheit zur Naturbeobachtung nutzen und sich an den fleißigen Blütenbestäubern erfreuen; viele der heimischen Pflanzen seien nämlich auf Wildbienen als Helfer angewiesen, betont die Untere Landschaftsbehörde.

Wer darüber hinaus Interesse hat, diese Tiere zu fördern, dem empfiehlt der Kreis, ihnen Nistplätze anzubieten. Dafür eignen sich Holzstücke (zum Beispiel Baumscheiben), die mit Bohrlöchern von drei bis neun Millimetern Durchmesser und einigen Zentimetern Tiefe versehen und an besonnten Stellen befestigt werden sollten; auch Bündel von abgeschnittenem Schilfrohr sind geeignet.

Solche Nisthilfen werden zum Beispiel von Mauerbienen und im Sommer von den deutlich kleineren Löcherbienen gern angenommen - vorausgesetzt jedoch, die Umgebung bietet ihnen nicht nur Rasen- und Koniferengrün, sondern eine reich blühende Vielfalt an Gehölzen, Stauden und Kräutern.