Wassenberg: Heimatlos gewordener Keiler irrte durch Wassenberg

Wassenberg : Heimatlos gewordener Keiler irrte durch Wassenberg

Pünktlich zur unruhigen Jagdzeit suchte ein ausgewachsener Keiler die Nähe der Menschen.

Im „Judenbruch”, seinem angestammten Quartier, heftete er sich an die Fersen eines Joggers, der seine frühnachmittäglichen Runden auf der „Forckenbeck-Allee” drehte.

Nach der Abzweigung „Jugendcafé” trennten sich die Wege von Jogger und Keiler. Das Wildschwein überquerte seelenruhig die B 221, wechselte ins Burggelände bergaufwärts, fand dort nicht das gesuchte Unterholz, querte erneut die B 221 und machte den Parkbereich an der Stadtmauer zum neuen Erkundungsgebiet.

Der Keiler brach durch eine Zaunlücke, blieb eine Weile im Spielgelände des St.-Georg-Kindergartens und ging erneut auf Erkundungstour.

Zum Ergötzen einiger Mitglieder der Krippenbau-Gruppe von St. Georg „schritt” der Gast aus dem Wald seelenruhig durch das grüne Tor der alten Kaplanei (jetzt Kindergarten) und beschnüffelte den Stiftsplatz.

„Zuflucht” im alten Immunitätsbereich

Diesen mittelalterlichen Immunitätsbereich verließ er zielgenau durch den Immunitätsbogen, fand den Zugang zur Propsteigasse und zum Buir und lief schließlich in Richtung Gasthausbach. Dort brach der Keiler in ein Gehege ein und richtete einigen Sachschaden an.

In der Nähe des Breitenweges erwischte ihn ein Blattschuss aus einer Dienstwaffe der herbeigerufenen Polizisten. Die Krippenbauer hatten die Beamten per Handy über den umher irrenden Keiler informiert, weil Angriffe des heimatlos gewordenen Tieres auf Menschen nicht auszuschließen waren.

Propst Rainer Mohren als Zeuge der Jagd erinnerte sich an den Klengerer, der ihm vor etwa einem Jahr geholfen hatte, seinen ausgebüxten Boxer wiederzufinden.

Der Propst reimte sinngemäß: „Ist es nicht des Propstes Hund, so macht die Sau in Wassenberg die Rund.” Die Karnevalschronisten freuen sich auch dank solcher Sensatiönchen bereits auf die Sitzungsperiode . . .