Wassenberg: Heidemanns: „Die Krönung meines Lebens”

Wassenberg : Heidemanns: „Die Krönung meines Lebens”

Die Stadtfarben Blau-Gold und die Landesfarben Grün-Weiß-Rot kündeten bereits am Freitag vom Bergfried der Wassenberger Burg von „einem besonderen Tag in dieser Stadt”.

Es war der folgende Tag der Überreichung des Ehrenbürgerbriefes an Generalapotheker a. D. Hanns Heidemanns - den dritten Ehrenbürger nach Ludwig Essers (1985) und Professor Dr. Heribert Heinrichs, des Verfassers des „Wassenberg”-Buches, vor vier Jahren.

300 geladene Gäste aus dem weltlichen und kirchlichen Leben der Stadt und des Kreises wohnten diesem „Wassenberg-Fest mit Herz” am Samstag im Burgsaal bei.

Bürgermeister Manfred Erdweg stellte in seiner Laudatio den Menschen Hanns Heidemanns vor, über dessen Persönlichkeit und engagiertes Wirken schon vieles gesagt und geschrieben worden ist.

Die Überreichung des Ehrenbürgerbriefes basierte auf dem Ratsbeschluss vom 14. November 2002, dem ein Antrag des Heimatvereinsvorsitzenden Karl-Heinz Geiser zu Grunde gelegen hatte.

Die Festansprache von Professor Dr. Heribert Heinrichs („Vom Wesen der Freundschaft”) war die Essenz der Erfahrungen eines Denkers und Menschenführers, der das Leben in seinen Schattierungen kennt und vieles davon in seinen Essays, Gedichten und im „Wassenberg-Buch festgehalten hat.

Der über 80-Jährige fasste seine Gedanken zusammen: „Freundschaft ist eine der liebenswürdigsten, aber auch schwierigsten, riskantesten und zartesten Seiten unseres Lebens. Ich denke da an den Aspekt im Buch der Bücher, der Bibel: Ein treuer Freund steht Dir in tiefer Not noch entschiedener bei als Dein eigener Bruder!”

Generalapotheker Dr. Michael Krohn sprach punktuell und humorig aus gemeinsamen Tagen als „Bürger in Uniform”. Propst Rainer Mohren von St. Georg Wassenberg charakterisierte den neuen Ehrenbürger als Christ, als Kämpfer und als Heimatfreund.

Karl-Heinz Geiser vom Heimatverein zeichnete diese Linie nach. Er bat darum, dem Wunsch von Hanns Heidemanns zu entsprechen und anstelle persönlicher Geschenke einen Obolus zur Anschaffung der „Marktsäule” für den Roßtorplatz zu spenden. Der Heimatverein ging da selbst mit 500 Euro voran.

Das Kammerorchester Übach-Palenberg und der Quartettverein 1927 Myhl umrahmten die festlichen Stunden mit exzellenten Vorträgen.

Die Dankansprache von Hanns Heidemanns, der als gebürtiger Aachener die Wassenberger Wurzeln seiner mütterlichen Vorfahren so einmalig einsetzt für sein engagierte Tun auf breiter Ebene, charakterisierte den Menschen, der sein Denken, Tun und Lassen im humanistischen Sinne versteht.

Der Menschenfreund, jetzt schon 76 Jahre alt, schloss mit dem Bekenntnis: „Das heute ist die Krönung meines Lebens. Dahinter verblassen alle Ehrenzeichen und Orden.”

Stellvertretend für die seit Jahrhunderten am Wassenberger Maibaum auf einem geschmückten Schild geehrten „Frauen dieser Stadt” erhielt Jutta Erdweg einen Blumenstrauß.

Seiner Bitte, für die Marktsäule zu spenden, die sichtbares Zeichen der mittelalterlichen Marktrechte der Stadt Wassenberg sein soll, können die Bürger über den Heimatverein gerne nachkommen.