"Hauptsache, ich werde geholfen"

"Hauptsache, ich werde geholfen"

Hückelhoven (an-o/hl) - "Hauptsache, ich werde geholfen", diese klassische Ruhrpott-Patienten-Aussage prangte auf dem T-Shirt von Doktor Stratmann und zog sich wie ein roter Faden durch das Kabarettprogramm des Bottroper Ex-Mediziners in der ausverkauften Aula des Gymnasiums.

Mal laut, mal leise, mal eher verhalten und dann wieder schallend-prustend zogen sich Lachen und Gelächter durch das Programm mit seinen hauptsächlich um wirkliche oder vermeintliche Krankheiten kreisenden Themen, wobei das komplizierte Verhältnis zwischen Arzt und Patient eine wichtige Rolle spielte.

Einmal als Jupp, eine Art Hausmeister und Spezialist für komplizierte medizinische Fragen, dann wieder als Arzt im weißen Kittel, verstand es der volksnahe Entertainer mit der unnachahmlichen Sprache der Ruhrpötter, sein Publikum bestens zu unterhalten. Dabei ging es manchmal recht makaber zu, wenn zum Beispiel von der "durch Klosterfrau Melissengeist an Leber" Gestorbenen die Rede war, oder bei der Beschreibung der Versuche, durch Schönheitschirurgie die offenbar über den gesamten Körper verteilten Fettmassen zu entfernen.

Fixes Sprechtempo

Bei der Beschreibung der Veränderungen im Studium und in der Praxis der Mediziner legte Doktor Stratmann ein derartiges Sprechtempo an den Tag, dass selbst die Vertreter dieses Berufsstandes Mühe hatten, den komplizierten Sachverhalten zu folgen.

Die Charakterisierung von nachmittäglichen Talkshow-Teilnehmern mit einem Intelligenzquotienten von unter Zimmertemperatur gehörte neben den Dauerbrennern Diät, Krebs, Fett und manch anderen Themen dann in den Bereich der medizin-verwandten Psychologie, oder vielleicht besser Psychiatrie.

Hart ging der Doktor aus Bottrop auch mit dem ins kabarettistische Gericht, was unter der Überschrift "Reality" daherkommt.