Kreis Heinsberg: Handwerkskammer würdigt 24 Ehrenamtliche

Kreis Heinsberg : Handwerkskammer würdigt 24 Ehrenamtliche

Damit es rundlaufe, müssten Handwerker in ihren Gewerken Einsatz und Leistungsbereitschaft zeigen. Wer sich im Wettbewerb behaupten wolle, müsse sich beständig anstrengen und hervorragende Qualität abliefern. „Damit ist es jedoch im Handwerk nicht getan“, sagte Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, am Mittwochnachmittag bei einer Feier zum Tag des Ehrenamtes im Gangelter Mercator-Hotel. Das Handwerk brauche Menschen, die über diese Anforderung hinaus noch Freizeit für das Handwerk zur Verfügung stellen würden, sprich sich ehrenamtlich engagieren würden. „Ohne diese Leute wäre unser Wirtschaftszweig unvorstellbar“, so Philipp.

Die Handwerkskammer zeichnete in Gangelt insgesamt 24 Ehrenamtler für langjährige freiwillige Tätigkeit zum Beispiel in Prüfungsausschüssen oder in Innungen, Kreishandwerkerschaften, Fachverbänden und Gremien der Kammer mit Verdienstnadeln in Gold (für 25 Jahre) oder in Silber (für 15 Jahre) aus, die Präsident Dieter Philipp gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Peter Deckers überreichte.

Worte des Dankes und ein Appell

Sie würden dafür sorgen, dass die Strukturen so erhalten blieben, wie sie seien und wie sich bewährt hätten, stellte Philipp anerkennend fest. Und gleichzeitig würden sie dafür sorgen, dass der Fortschritt in den Handwerksberufen nicht außen vor bleibe. Der Präsident sprach den Dank der Kammer aus, richtete aber auch einen Appell an die Geehrten: Da ein solches Engagement nicht für alle selbstverständlich sei, sollten sie gerade jungen Menschen von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit und ihrem Gewinn, den sie daraus für sich persönlich erzielen würden, erzählen. „Motivieren Sie andere!“ Neue Leute zu gewinnen, sei nicht einfach. „Die Handwerksbetriebe in unserer Region können davon ein Lied singen“, so Philipp weiter. „Der Fachkräftemangel macht sich in unserem Wirtschaftszweig bemerkbar.“ Und auch für die ehrenamtliche Mitarbeit in Prüfungsausschüssen und Gremien werde die Suche aufwendiger.

Hastenraths Will als „Stargast“

Während der Sänger und Pianist Markus Bartz die mit einem festlichen Essen verbundene Feier musikalisch untermalte, war Hastenraths Will der „Stargast“. Der Landwirt, Ortsvorsteher und Tourismusbotschafter des Heinsberger Landes — wie immer in Gummistiefeln auftretend, als sei er gerade vom Acker gekommen — freute sich, dass die Gäste zu dieser Veranstaltung der Handwerkskammer nach Gangelt gekommen seien: „Gangelt — das funkelnde Juwel an der B 56“. Und sie seien auch noch pünktlich gekommen, was man ja nicht immer vom Handwerk sagen könne. Da mussten auch viele der Handwerker schmunzeln.

Hastenraths Will würdigte das Engagement der neuen Verdienstnadelträger, das sie ehrenamtlich — „also für lau oder bestenfalls für ein paar Nüsse“ — zeigen würden. Und bei seinem Auftritt nahm der Comedian unter anderen auch Kammerpräsident Dieter Philipp aufs Korn. Hastenraths Will bescheinigte ihm (natürlich ironisch gemeint), dass er den wichtigsten Satz im deutschen Handwerk fehlerfrei aussprechen könne: „Brauchen Sie eine Rechnung?“

(disch)