Haaren: Haarener Jugendliche suchen Freizeitraum

Haaren : Haarener Jugendliche suchen Freizeitraum

In der Aula der Hauptschule Haaren kam es am Mittwochnachmittag zu einer Diskussion zwischen Waldfeuchts Bürgermeister Johannes von Helden und Haarener Jugendlichen, die dringend einen Freizeitraum suchen.

René Kreutz, der erwachsene Sprecher der Jugendlichen, sprach in diesem Zusammenhang von einem Raum, quasi einer „Nische in der Gesellschaft”, der ihnen Schutz vor der kalten Jahreszeit bieten solle.

Zudem solle man dort natürlich auch ungehindert laute Musik hören können, denn schließlich wollten die jungen Leute sich ja frei und unabhängig fühlen.

Der Bürgermeister, der der Jugend fortwährend aufmerksam zuhörte, gab jedoch zu bedenken, dass das Schulgelände für ein derartiges Projekt nicht in Frage komme, da bis dato unzählige Schäden von Jugendlichen auf dem Schulhof angerichtet worden seien. An dieser Stelle sprach von Helden von Schäden in Höhe von umgerechnet rund 15 000 Euro.

Hausmeister Werner Frenken konnte diese Aussage nur bestätigen, verfügt er doch über Aufzeichnungen über die tägliche Randale auf dem Schulgelände. Obwohl auf dem Schulhof absolutes Alkohol- und Rauchverbot herrsche, habe er täglich Scherben von Alkoholflaschen sowie Zigarettenschachteln und -kippen zu entsorgen.

Zugegen waren bei der Diskussion zudem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Heinz-Josef Schrammen sowie CDU-Ortsverbandsvorsitzender Peter Peters.

Beide äußerten ganz klar, dass es ihr Anliegen sei, den Jugendlichen zu helfen und sie nicht in ihrer Freizeitgestaltung einzuschränken.

Johannes von Helden, der in diesem Zusammenhang auch auf ähnliche Probleme aus seiner eigenen Jugendzeit hinwies und wahrscheinlich gerade deshalb ein so offenes Ohr für die Jugendlichen hat, betonte mehrfach, dass man für ein solches Vorhaben einen Träger finden müsse, der für diesen Freizeitraum die volle - auch finanzielle - Verantwortung übernehme.

„Egal, wer diesen Raum betreibt, muss verdammt starke Nerven haben”, gab der Bürgermeister zu verstehen. Bis jetzt habe sich noch niemand für diese Aufgabe bereit erklärt.

Die für ihre Freizeitaktivitäten äußerst engagierten Jugendlichen brachten die Idee ein, eine „Holzhütte” zu errichten, die sie selber zu schützen bereit seien.

Für den Fall, dass man ihnen etwa eine Garage oder eine ähnliche Örtlichkeit zur Verfügung stelle, würden sie diese eigenhändig renovieren. Im Übrigen legten die anwesenden Jugendlichen Wert auf die Feststellung, dass sie mit den Schäden auf dem Schulhof nichts zu tun hätten und deshalb nicht für diese Vorkommnisse bestraft werden dürften.

Die Politiker konnten die Jugendlichen gut verstehen, stellten aber nach wie vor die Bedingung, einen Träger für das geplante Projekt zu finden.

Abschließend sicherte Bürgermeister von Helden den Jugendliche zu, sich um Träger und Raum zu kümmern und so schnell wie möglich eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden.