Hückelhoven: Gymnasium zeigt Bertolt Brecht im Doppelpack

Hückelhoven : Gymnasium zeigt Bertolt Brecht im Doppelpack

Kaum ein Ereignis des 20. Jahrhunderts hat eine so weltumspannende Welle kämpferischer Solidarität zur Folge gehabt wie der im Juli 1936 durch einen Putsch unter General Franco gegen die demokratisch gewählte Volksfrontregierung ausgelöste Spanische Bürgerkrieg.

Mehr als zweieinhalb Jahre erschütterte er das Land und fand im März 1939 mit der Einnahme Madrids durch die Putschisten sein Ende. Auch zahlreiche international bekannte Künstler eilten nach Spanien und griffen selbst zur Waffe, um die Volksfrontregierung im Kampf gegen die von deutschen und italienischen Faschisten unterstützten Putschisten zu stärken; es entstanden die Internationalen Brigaden.

Bertolt Brecht schrieb sein Stück „Die Gewehre der Frau Carrar” inmitten des Krieges im Jahre 1937. Im Mittelpunkt steht das Ringen einer Mutter, die ihren Mann in eben diesem Krieg schon verloren hat, und die ihre beiden Söhne vor einem ähnlichen Schicksal bewahren will. Doch ist es möglich neutral zu bleiben? Sie wird von allen Seiten bedrängt, muss sich letztendlich aber doch allein entscheiden. Auch der Padre kann ihr keinen Rat geben.

Das zweite Stück des Abends, „Die Kleinbürgerhochzeit” aus dem Jahre 1919, zeigt sich unverschlüsselt und folgt nicht den Intentionen des epischen Theaters, das für Brecht zum Markenzeichen wurde. Entlarvt werden hier keine weltpolitischen Vorgänge und Ereignisse, stattdessen wird den kleinbürgerlichen Familienverhältnissen und den engstirnigen Denkweisen der Entstehungszeit ein Spiegel vorgehalten.

Während einer Hochzeitsfeier, zu der Freunde und Verwandte des Brautpaares geladen sind, zeigen nach und nach alle ihr wahres Gesicht. Weder die vom Bräutigam selbst gebauten Möbel noch die zwischenmenschliche Kommunikation halten den Belastungen des Abends stand.

Es geht mehr in die Brüche als nur ein Stuhl. Das junge Paar, das am Ende nun zum ersten Mal einander gehören soll - obwohl die Braut schon im fünften Monat schwanger ist -, steht nicht nur vor einem materiellen Trümmerhaufen. Wird diese Ehe Bestand haben, wird es eine Hochzeitsnacht im selbstgebauten Ehebett geben? Sind solche Fragestellungen nicht doch zeitlos?

Zu erleben sind diese beiden kontrastierenden Einakter von Bertolt Brecht am Freitag, 1. Juni, sowie am Samstag, 2. Juni, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums Hückelhoven, dargeboten vom Literaturkurs 1 der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums. Karten zu 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro gibt es im Sekretariat des Gymnasiums oder an der Abendkasse