Heinsberg: Grundlagen für die „Arbeit von morgen” iefert

Heinsberg : Grundlagen für die „Arbeit von morgen” iefert

Hoher Besuch aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bei der Unternehmensgruppe Frauenrath.

Ministerialdirigent Ulrich Becker und Matthias Vahlbruch, Referat III - Bauwirtschaft, nahmen den Abschlussbericht des Forschungsprojektes AF 2010 in Heinsberg in Empfang.

Auf den Tag genau vor einem Jahr startete das Projekt, das mit der Initiative „Neue Qualität der Arbeit” des Ministeriums in Verbindung steht.

Repräsentativ für die gesamte deutsche Wirtschaft qualifizierten sich sechs Institutionen bzw. Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen über eine bundesweite Ausschreibung, um mit Unterstützung externer Partner (u.a. die AOK Heinsberg) Leitvorstellungen zu entwickeln, wie die Arbeit von morgen besser auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen angepasst werden kann.

Dabei arbeiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer Hand in Hand. Gesundheit und Qualifikation, Motivation, Kreativität und Innovation stehen im Mittelpunkt.

Neu war in diesem Fall, dass, umgekehrt zu vergleichbaren Vorhaben in der Vergangenheit, die Beschäftigten bei der Gestaltung ihrer zukünftigen Arbeitswelt einbezogen wurden.

Mehr als 60 aller Frauenrath-Mitarbeiter beteiligten sich mit Unterstützung externer Fachleute an dem Projekt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Auf 208 Seiten dokumentiert der Abschlussbericht Vorschläge, die die Arbeitswelt den Bedingungen der Zukunft anpassen sollen.

Arndt Frauenrath begrüßte die Vertreter des Ministeriums und versäumte es nicht, als Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes darauf hinzuweisen, dass die Probleme der Bauwirtschaft in der Gegenwart - und hier vor allem die des Mittelstandes - zunächst auch von den Politikern gelöst werden müssten, bevor die Gestaltung der Zukunft in Angriff genommen werden könnte. Immerhin müsse in diesem Jahr nochmals mit dem Verlust von 30 bis 40 000 Arbeitsplätzen in der deutschen Baubranche gerechnet werden.

„Insolvenzen häufen sich in der Gegenwart beängstigend, und auch gesunde Unternehmen stellen fest, dass der Wettbewerb äußerst hart geworden ist”, bemerkte er in diesem Zusammenhang.

Der Betriebsratsvorsitzende der Bauunternehmung Frauenrath, Rudi Clemens, erklärte, dass bereits jeder dritte Arbeitnehmer am Bau ohne Job sei - insgesamt über 380 000 Beschäftigte. Dieser Tendenz müsse Einhalt geboten werden.

Er wies aber auch mit Nachdruck darauf hin: „Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer dürfen nichts unversucht lassen, um den vorzeitigen gesundheitlichen Verschleiß der Menschen am Bau zu verhindern. Es geht nicht an, dass die erfahrenen Kollegen mit knapp über 50 Lebensjahren krankheitsbedingt aus dem Arbeitsleben ausscheiden.”

Gabriele Bautz, die als Leiterin der Personalabteilung neben dem Betriebsratsvorsitzenden die Verantwortung für AF 2010 bei Frauenrath trägt, erklärte: „Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten am Arbeitsprozess sind in der Zukunft nicht mehr wegzudenken, aber beides funktioniert nur, wenn eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft gegeben ist und die Qualifizierung der Beschäftigten ausreicht, um Verantwortung übernehmen zu können.”

Ministerialdirigent Ulrich Becker lobte das diesbezügliche Engagement der Unternehmensgruppe: „Sicher wären die Veränderungen in der Arbeitswelt einfacher zu erreichen, wenn es viele Unternehmen wie Frauenrath gäbe, wo Eigeninitiative auf allen Ebenen gefördert wird, Gesundheitsschutz kein Fremdwort ist und Aus- und Fortbildung und damit Qualifizierung der Mitarbeiter sehr ernst genommen wird. Wir müssen alles daransetzen, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb hat die ,Neue Qualität der Arbeit in unserem Ministerium einen sehr hohen Stellenwert.”