Grünes Licht fürs Jugendamt

Grünes Licht fürs Jugendamt

Hückelhoven (an-o) - Die Stadtverordneten waren kaum aus dem Urlaub zurück, da stand schon eine Ratssitzung an: Das gabs noch nie, der Wahlkampf machts möglich. Aber es ging ruckzuck, ein wenig lebhaft wurde es nur beim Thema Jugendamt.

"Übernahme der Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe" stand auf der Tagesordnung. Dazu freilich gab CDU-Fraktionschef Dieter Geitner eine Erklärung ab. Darin reklamiert die CDU die Einrichtung des städtischen Jugendamtes für sich: "Am 12. Dezember 2002 haben wir, die CDU-Fraktion, den Beschluss gefasst, die öffentliche Jugendhilfe ab dem 1. Januar 2003 in eigener Trägerschaft zu übernehmen und zugleich die Verwaltung beauftragt, die hierfür erforderlichen Maßnahmen einzuleiten."

"Hervorragende Arbeit"

Natürlich erinnerte Willi Spichartz als Vorsitzender der SPD-Fraktion seinen Kollegen daran, dass es die Sozialdemokraten waren, die den Beschluss zur Einrichtung eines eigenen Jugendamtes bereits 1999 gefasst hatten, dass dieser Ratsbeschluss nach der Kommunalwahl von der neuen CDU-Mehrheit wieder gekippt wurde, und dass es seine Partei war, die einen Bürgerentscheid, bei dem 4.500 Hückelhovener sich für die Einrichtung eines eigenen Jugendamtes aussprachen, unterstützt habe.

Bürgermeister Werner Schmitz (CDU) dankte vor allen Dingen der ersten Beigeordneten Angelika Stöcker und Margret Stevens als Leiterin des Hauptamtes ausdrücklich für "die hervorragende Arbeit, die Sie bei der Einrichtung unseres Jugendamtes geleistet haben". Nach der Ausschreibung der insgesamt 14,5 Stellen fanden zwischen dem 8. und 16. Juli rund 50 Vorstellungsgespräche statt - eine Heidenarbeit.

FDP enthielt sich der Stimme

Der Übernahme der Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe durch die Stadt stimmten schließlich alle Stadtverordneten zu - bis auf Hans Fischer, der sich der Stimme enthielt. Der FDP-Mann befürchtet, dass "das Jugendamt teurer wird, als wir glauben" und dass man erst in einem Jahr sehen werde, "was das Jugendamt bringt".

Die "Unterrichtung" durch Kämmerer Helmut Holländer, dass er aufgrund der negativen Finanzentwicklung der Stadt eine "Haushaltssperre für Ausgaben- und Verpflichtungsermächtigungen im Vermögenshaushalt" 2002 erlassen habe, nahmen die Damen und Herren des Rates kommentarlos hin.