Erkelenz: Grünen-Bundesvorsitzender bei Umweltkontor

Erkelenz : Grünen-Bundesvorsitzender bei Umweltkontor

Der Termin stand zwar schon lange fest, aber dennoch hatte der Besuch von Fritz Kuhn, Bundesvorsitzender der Grünen, beim Erkelenzer Unternehmen Umweltkontor an Aktualität gewonnen.

Die derzeitige Hochwasserkatastrophe hat den Blick wieder auf die Umweltpolitik gerichtet - und da spielen erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. Kurt Lehmkuhl und Thomas Wenkert berichten vom Besuch des Bundespolitikers.

Er kam mit einer Dreiviertelstunde Verspätung in Erkelenz an und mit der Erkenntnis, dass die Hochwasserkatastrophen zu zwei Konsequenzen führen müssen: Eine effektive Hochwasserschutzpolitik und eine verbesserte Klimaschutzpolitik sind von Nöten. „Wir müssen den CO2-Ausstoß vermeiden, wo es nur geht”, meinte Kuhn gestern in der Zentrale von Umweltkontor. Energieerzeugung müsse ohne CO2 möglich werden.

„Man kann mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben”, so lautete das Motto von Kuhn, das er dem Anlass entsprechend dem Erkelenzer Unternehmen für erneuerbare Energien ins Stammbusch schreiben wollte. „Umweltkontor ist ein Beleg dafür, dass CO2-freie Energiegewinnung Arbeitsplätze schafft.”

Die Vorlage für diese Aussage hatte zuvor Umweltkontor-Vorstand Leo Noethlichs gegeben. Die Gesetzgebung zur erneuerbaren Energie hätten seit 1990 in Deutschland zu 100 000 neuen Arbeitsplätzen geführt. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien sei von 5,2 Prozent im Jahre 1998 auf acht Prozent in diesem Jahr gestiegen.

Nach Expertenprognosen würde bereits 2050 ein Drittel bis zur Hälfte des Stroms durch erneuerbare Energien gewonnen. „Durch die schadstofffreie Energiegewinnung werden bis dahin 1,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen.”

Die deutschen Gesetze zur Förderung der erneuerbaren Energien haben für Noethlichs Vorbildcharakter. Frankreich und Tschechien würden sich daran orientieren.

Bei Umweltkontor seien seit 1995 180 Mitarbeiter eingestellt worden. „Sie versuchen, Ökonomie und Ökologie optimal zu verbinden”. meinte Noethlichs.

Der Vorstand blickte allerdings nicht nur zuversichtlich in die Zukunft blickt, sondern gab unverhohlen zu erkennen, dass bei fehlender nationaler Unterstützung für die erneuerbaren Energien Umweltkontor mittelfristig darüber nachzudenken habe, seine Aktivitäten ins Ausland zu verlagern.

Doch so weit ist es noch nichts. Noethlichs nahm Kuhns Besuch in Erkelenz zum Anlass, ihm einen Solidaritätsscheck über 20 000 Kilowattstunden Naturstrom zu überreichen. Diese Energiemenge soll Kuhn einer Institution in der Hochwassergeschädigten Region auf Kosten von Umweltkontor zur Verfügung stellen.