Hilfarth: Grubenlampen entfachen Gänsehautatmosphäre

Hilfarth : Grubenlampen entfachen Gänsehautatmosphäre

„Unseren toten Kameraden zum Gedenken” - diese schlichten Worte zieren das Bergmanns-Denkmal an der Tannenstraße.

Und die Mitglieder des Knappenvereins St. Barbara nehmen ihre Ehrenschuld aus gutem Grund sehr Ernst. Gerade die Schufterei unter Tage forderte nicht selten ihre Opfer, sei es durch Unglücksfälle oder durch Berufskrankheiten.

Bei der Kranzniederlegung anlässlich der Barbarafeier am Samstag rief der ehemalige Bergwerksdirektor Hans-Georg Rieß in Erinnerung: „Wir wollen uns durch den Kranz symbolisch mit den Toten verbunden fühlen, mit ihrem Leben und Schaffen, mit Ihren Träumen und Idealen, mit Ihrem Sein und Vergehen.”

Unter der Beteiligung örtlicher Vereine hatten die ehemaligen Zechenarbeiter von Sophia-Jacoba den Gang zum Gedenkstein angetreten. Als Zeichen des Respekts entfachten sie während der feierlichen Prozession ihre Grubenlampen.

Hans-Georg Rieß führte weiter aus: „Und wenn sie gedanklich dann in unserer Mitte sind, spüren wir die Verpflichtung, an den menschlichen Aufgaben in Frieden und Freiheit, in Humanität und Kameradschaft weiter zu wirken.”

Gern gesehene Gäste waren die Delegationen des Bergmännischen Traditionsvereins für Stein- und Braunkohle Aldenhoven sowie des Vereins Herne-Horsthausen 1888.

Darüber hinaus beteiligten sich die Schützenbruderschaft St. Marien, die Freiwillige Feuerwehr und der Ring deutscher Bergingenieure an dem nicht alltäglichen Umzug.

Stolz präsentierte der Knappenverein ein Trageschild, das die Mitglieder im September beim zweiten bergmännischen Knappentag in Sachsen als Geschenk erhalten hatten.

Zuvor kamen die Teilnehmer des festlichen Zuges in den Genuss eines Platzkonzertes. Vor der Gaststätte Windelen gab die neu gegründete Bergkapelle Sophia-Jacoba unter der Leitung von Dirigent Rolf Deckers eine einstündige Kostprobe ihres musikalischen Repertoires.

Dieses umfasste traditionelle Stücke wie den Bergmannsmarsch oder „Glück-Auf-Lied”, die Hymne der Kumpel. Tapfer bedienten die Musiker bei recht ungemütlichen Außentemperaturen ihre Instrumente.

Später stand noch eine ökumenische Knappenmesse in der Pfarrkirche auf dem Programm. Eine regelrechte Gänsehautatmosphäre kam auf, als über 100 Knappen mit ihren Lampen und der Barbarastatue durch das Kirchenschiff zum Altar schritten. Mittels einer Schachtglocke läuteten sie symbolisch zur Seilfahrt.

Auszeichnung einiger treuer Mitglieder

In der Gaststätte Windelen klang die Barbarafeier am Abend aus. Mehrere altgediente Mitglieder des Knappenvereins wurden durch den Vorsitzenden Franz-Josef Bücken geehrt: Seit 15 Jahren im ehrenamtlichen Einsatz sind Otto Schlawitzki (ehemaliger Betriebsführer), Arnulf Randerath, Jochen Rother und Andreas Rother.

Bereits ein Vierteljahrhundert lang halten dem Verein Hans-Georg Rieß (ehemaliger Bergwerksdirektor), Franz Gersch (ehemaliger Betriebsführer), Otto Albrecht und Hans-Jürgen Käller die Treue. Stephan Sollner kann auf eine 40-jährige Mitgliedschaft zurückblicken.