Heinsberg: Großes Staunen über den Berufsnavigator

Heinsberg : Großes Staunen über den Berufsnavigator

Begeisterung und großes Staunen - beides war kürzlich 105 Schülerinnen und Schülern des Kreisgymnasiums Heinsberg beim Umgang mit dem „Berufsnavigator” anzumerken.

Auch Schulleiterin Annegret Krewald war fasziniert von der Berufsfindungsaktion, die die Raiffeisenbank Heinsberg durch ihre finanzielle Unterstützung möglich gemacht hatte.

Drei Schritte prägten die für die jungen Leute hochinteressanten Veranstaltungen, die gleich an zwei Tagen stattfanden, damit auch möglichst viele Schüler in den Genuss kamen. Im ersten Schritt des Berufsnavigators kommen vier Schüler, die sich gut kennen, zu einer Gruppe zusammen. Ein Schüler beurteilt dann gemeinsam mit drei Klassenkameraden seine persönlichen Fähigkeiten und die des jeweiligen anderen. Jeder der vier Schüler erhält dafür einen Handsender, ähnlich wie man ihn aus der Publikumsbefragung bei Günther Jauchs Quizsendung „Wer wird Millionär?” kennt.

Auf einer Skala von eins bis sieben werden damit 50 unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale für sich und die anderen bewertet. Hierzu gehören etwa Auftreten, Belastbarkeit, Bildung, soziale Kompetenz, Ehrgeiz, Kreativität oder Intelligenz. Viele Merkmale werden sogar noch in verschiedene Nebenmerkmale unterteilt.

Das Merkmal Motivation setzt sich zum Beispiel aus Fleiß, Leistungswille und Interesse zusammen. Die Bewertung erfolgt anonym, keiner weiß, wie der andere ihn bewertet. So entsteht bereits in der ersten Runde ein aussagekräftiges und präzises Persönlichkeitsprofil.

Im zweiten Schritt ordnet die Software des Berufsnavigators unmittelbar nach der Beurteilung der Schüler jedem ein individuelles Stärkenprofil und zehn mögliche Berufe zu. „Der Schüler erhält einen Ausdruck, auf dem die persönlichen Stärken herausgearbeitet sind und einen Bogen mit den dazu passenden Berufsempfehlungen, über die er nicht selten erst einmal staunt”, erklärt Annegret Krewald. In der Schlussphase erfolgt unmittelbar nach der Auswertung ein persönliches Beratungsgespräch. Praktiker aus dem Personalbereich beraten die Schüler, nehmen Stellung zu den Stärken und den dazu passenden Berufen. Dabei werden Ziele definiert und die weiteren notwendigen Schritte besprochen, um diese Ziele erreichen zu können.

„Während im vorangegangenen Test die Fähigkeiten die Berufsempfehlungen bestimmen, fließen im persönlichen Beratungsgespräch auch die Interessen der Schüler mit ein”, berichtet Reiner Jungheim von der Raiffeisenbank.

Die Gruppe bleibt bei diesem rund einstündigen Beratungsgespräch zusammen, die Freunde sind also mit dabei. Das endgültige Ergebnis liegt dann nach der Beratung vor und die Teilnehmer erhalten einen Aktionsplan für die nächsten Schritte. „Schon erstaunlich”, so Jungheim. „Viele Schüler spielen erst einmal mit dem Gedanken, einen Beruf zu ergreifen, den Vater, Onkel oder Freunde schon ausüben. Nach dem Berufsnavigatortest sind nicht wenige davon überrascht, was alles in ihnen steckt und zu welchem Beruf sie eigentlich - im wahrsten Sinne des Wortes - berufen sind”, so Bankfachmann.