Geilenkirchen: Großbrand: Kühe und Kälber vor dem Tod gerettet

Geilenkirchen : Großbrand: Kühe und Kälber vor dem Tod gerettet

Ein Großbrand in Grotenrath hat am Samstag die riesige Scheune mit mehreren Stallungen eines Viehzuchtbetriebes vernichtet. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf 100.000 bis 200.000 Euro. Über 100 Feuerwehrleute waren mehr als zwölf Stunden an dem landwirtschaftlichen Anwesen im Dauereinsatz.

Nach bisherigen Erkenntnissen war es kurz nach 10 Uhr am Samstagmorgen bei Schweißarbeiten in der Nähe eines Güllereservoirs explosionsartig zu einem Brand der dort entstandenen Gase gekommen. Die Flammen griffen blitzschnell auf ein Strohballenlager über. Als das erste Löschfahrzeug der Löscheinheit Teveren am Brandort in der Corneliusstraße eintraf, schlugen den Wehrleuten schon dicke Rauchschwaden aus dem mit Nutztieren bestückten Gebäude entgegen.

Bagger und Radlader wurden eingesetzt, um die großen Strohmengen aus der Scheune zu entfernen. Ein Teil der Scheune musste eingerissen werden.
Bagger und Radlader wurden eingesetzt, um die großen Strohmengen aus der Scheune zu entfernen. Ein Teil der Scheune musste eingerissen werden. Foto: Georg Schmitz

In den Stallungen waren zu diesem Zeitpunkt mehr als 70 wertvolle Zuchtbullen, Rinder, Milchkühe und Kälber untergebracht. In einem Teilbereich befanden sich zudem Legehennen. Die Leitstelle löste Großalarm aus und beorderte nach Vorgabe der Alarm- und Ausrückordnung der Stadt Geilenkirchen die kompletten Züge 1 und 2 sowie den Zug 5 zur Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte der Löscheinheiten Geilenkirchen, Süggerath, Gillrath-Hatterath, Teveren, Prummern, Nirm und Waurichen nahmen mit mehreren C- und B-Rohren die Brandbekämpfung auf.

Bei einem Großbrand waren am Samstag mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz.
Bei einem Großbrand waren am Samstag mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Foto: Georg Schmitz

Unterstützt wurde die Geilenkirchener Feuerwehr durch das Nato Fire-Department der Awacs- Flugbasis, das mit einem 12.000-Liter Flugfeldlöschfahrzeug, einem Wechselladerfahrzeug mit 10.500-Liter-Fass sowie einer Gelenkmast-Hubbühne anrückte. Über den Gelenkmast sowie die Drehleiter Geilenkirchen bekämpften die Wehrleute das Feuer aus der Luft mit Wenderohren.

Das Wasser wurde über Hydranten herangeführt. Aus dem Dachbereich schlugen immer wieder Flammen, die in dem großen Strohlager Nahrung fanden. Etwas dramatisch, aber ohne verletzte Tiere, verlief die Rettung der Rinder.

Hilfe aus den Niederlanden

Hierbei erfuhr der betroffene Landwirt große Hilfe durch Landwirte aus Grotenrath und den Nachbarorten und sogar aus den benachbarten Niederlanden. Die Kollegen waren mit Traktoren und Transportgestellen zur Rettung des Viehbestandes angerückt und schafften es mit tatkräftiger Hilfe der Feuerwehr, alle Rinder vor den Flammen zu retten. Die Tiere werden derzeit bei anderen Landwirten in der Umgebung oder auf Wiesen untergebracht.

Ortsvorsteherin Resi Hensen zeigte sich vor Ort gerührt von all dieser Hilfsbereitschaft. „Das zeugt doch von einer intakten Dorfgemeinschaft“, erklärte sie. Das Gebäude mit den Stallungen war nicht mehr zu retten, es wurde ein Raub der Flammen. Auch die auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage muss als Totalschaden abgeschrieben werden. Allerdings konnte die Feuerwehr ein Übergreifen auf das im vorderen Bereich angegliederte Wohnhaus verhindern.

Der Senior des Bauernhofes erlitt eine Kreislaufschwäche und wurde mit einem Rettungswagen zum Geilenkirchener Krankenhaus gebracht.

22 DRK-Helfer vor Ort

Ein weiterer Rettungswagen stand während der Löscharbeiten in Bereitschaft. Vertreter des Ordnungsamtes der Stadt Geilenkirchen und ein Statiker waren vor Ort, die Polizei nahm ebenfalls sofort die Ermittlungen auf.

Weil das Gebäude als akut einsturzgefährdet eingestuft wurde, forderte die Wehr Bagger und Radlader an, um die großen Mengen an Stroh aus der Scheune zu entfernen. Ein Teil der Scheune musste eingerissen werden, um an das noch immer mit Glutnestern behaftete Stroh zu gelangen.

Die Lösch- und Aufräumarbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. Aus diesem Grund wurden Wehrleute regelmäßig abgelöst, auch von der Löscheinheit Tripsrath-Nieder—heid. Zudem war die 1. Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes mit 22 Helfern vor Ort, um die Feuerwehrkräfte mit fester und flüssiger Nahrung zu verpflegen.