Grippewelle rollt übers Erkelenzer Land

Grippewelle rollt übers Erkelenzer Land

Erkelenzer Land. Er ist ein heimtückischer Geselle, für das menschliche Auge vollkommen unsichtbar und ständig auf der Suche nach neuen Opfern: Das gemeine Grippevirus hat zurzeit Hochkonjunktur in Deutschland.

Millionen von erkrankten Menschen quälen sich bereits mit den unliebsamen Erregern herum. Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Gelenkschmerzen und Entzündungen der Atemwege.

Auch auf Erkelenz und Umgebung ist die Grippewelle bereits übergeschwappt.

Dicht gefüllte Wartezimmer bei den Allgemeinmedizinern der Umgebung zeugen vom unheilvollen Werk der Influenza. Im Kreis Heinsberg sei das Influenza-A-Virus - die in diesem Jahr häufigste Virenart - bereits nachgewiesen worden, bestätigt der stellvertretende Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Bernhard Ziemer.

Zu den gefährdeten Gruppen würden vor allem vogeschädigte Menschen über 60 Jahre sowie Kinder mit noch nicht ausgereiftem Immunsystem zählen. „Das Hauptproblem besteht darin, die Menschen für einen frühzeitigen Impfschutz zu aktivieren”, so Ziemer. „Die Impfung ist die erste wichtigste präventive Maßnahme.”

Darüber hinaus verringere eine gesunde Ernährung das Ansteckungsrisiko. Grundsätzlich sei jedoch niemand vor der Tröpcheninfektion gefeit, weiß der Spezialist. Kein Mensch gehe schließlich permanent mit einem Mundschutz auf die Straße. „Die Zahlen der Erkrankten liegen weit über dem Durchschnitt normaler Jahre”, weiß Dr. med. Burkhard Schmidt aus Wegberg.

Die momentane Grippe-Welle beschreibt er mit den Worten „enorm” und „massiv”. Charakteristisch für die Influenza sei, dass sie praktisch binnen Stunden auftreten könne. Gleichzeitig würden sich oft auch Magen-Darm-Beschwerden einstellen.

Seit ungefähr zehn Tagen beobachtet der Internist und Diabetologe in seiner Praxis einen rasanten Anstieg infizierter Personen. Und: „Der Gipfel ist noch nicht überschritten”, prognostizierte Schmidt am Donnerstag. Eine andere Beobachtung hat der Hückelhovener Allgemeinmediziner Dr. Peter Schwark-Busch gemacht.

In seiner Praxis flaut der Ansturm der Grippe-Geplagten bereits wieder ab. „Mein Eindruck war, dass in den vergangenen beiden Wochen nahezu jeder zweite Patient Grippesymptome aufgewiesen hat”.

Pro Tag habe er 20 bis 30 Patienten dieser Gruppe behandelt, so Schwark-Busch. Zwar würden die Frühjahrsmonate eine typische Grippezeit darstellen, doch fielen in diesem Jahr besonders viele Menschen dem Virus zum Opfer. Durch die Bank weg alle Altersgruppen seien betroffen, schildert der Mediziner.

In vielen Fällen könne gar nicht eindeutig geklärt werden, ob ein Patient an einer echten Grippe oder lediglich an einem grippalen Infekt leidet, erklärt Dr. Martin Wolf aus Erkelenz. Ein dazu notwendiger Bluttest sei nicht die Regel, denn schließlich würden erkrankte Personen eine umgehende Behandlung erwarten.

Auch in seinem Wartezimmer sammelten sich in den vergangen Wochen überdurchschnittlich häufig Fieber geschädigte Menschen. Wolf empfiehlt Bewegung und eine ausgewogene Ernährung: Wer eine moderate Ausdauersportart betreibe, frisches Obst und Gemüse esse, der sei gut gewappnet.

Zu den Risikogruppen würden sicherlich Personen gehören, die wie zum Beispiel Schulkinder täglich einem regen Publikumsverkehr ausgesetzt seien.