Erkelenz: Gregorianische Gesänge an St. Lambertus

Erkelenz : Gregorianische Gesänge an St. Lambertus

Die Teilnehmer eines Gregorianik-Seminars präsentierten in der Messe in St. Lambertus die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Am Vortag hatten sie unter der Leitung des Erkelenzer Kantors Stefan Kamp in nur drei Stunden zwei Gesänge eingeübt. Das Seminar im Rahmen der Kirchenmusikwoche begann mit einem Referat Kamps über den gregorianischen Gesang, das die Entwicklung der Notenschrift als Schwerpunkt hatte.

Kamp beschäftigte sich mit der Frage, wie die Notationen in solchen Schriften zu lesen seien. Das Thema verdeutlichte er am Beispiel dreier Choräle, die jeweils mehrere verschiedene Notationen enthielten.

Dieser theoretische Teil des Seminars ging nach einer kurzen Pause in die praktische Arbeit über. Dabei ging es darum, nun auch nach den besprochenen Schriften zu singen.

Die Teilnehmer des Seminars studierten zwei Stücke für die Messe ein: das Offertorium „Si ambula vero” und die Communio „Tu mandasti”.

Kamp fand es erstaunlich, dass es ihnen gelungen sei, beide Werke in der kurzen Zeit zu erlernen. Von den acht Sängern waren vier Mitglieder der Schola, die wöchentlich in Erkelenz singt. Für sie habe das Seminar Fortbildungscharakter gehabt.

Die anderen vier seien Laien auf diesem Gebiet gewesen, bis auf einen Teilnehmer, der schon früher bei Gregorianik-Seminaren mitgemacht habe. Für alle sei das Erarbeitete eine tolle Leistung.

Kamp ist seit Juni Kantor in Erkelenz. Mit dem Gregorianik-Seminar wolle Kamp eine Aktion fortsetzen, die in Erkelenz schon eine lange Vergangenheit hat. Gleiches gelte für die gesamte Kirchenmusikwoche.

Er sei froh, in eine Gemeinde gekommen zu sein, in der gregorianische Musik noch präsent sei. Denn obwohl diese ein fester Bestandteil jedes Kirchenmusik-Studiums sei, sei sie in der Praxis heute nur noch selten zu finden. Die Tradition, das Hochamt in Latein zu singen, wie es die Erkelenzer Schola jeden Sonntag um 10 Uhr in St. Lambertus macht, sei im Bistum Aachen kaum noch vertreten.

Kamp nannte es als eines seiner Ziele, den gregorianischen Gesang in Erkelenz zu fördern und zu betreuen. Ende Oktober sei eine Fortbildungsfahrt zur Benediktinerabtei in Maria Laach geplant, in jedem Jahr solle es mehrere Aktionen geben, die sich mit dem Thema Gregorianik befassen.