Hückelhoven: „Goldene Trompeten” brachen das Eis

Hückelhoven : „Goldene Trompeten” brachen das Eis

Ein mehrstündiger Konzertabend in der Aula, ein prachtvoller Umzug durch die Innenstadt und zum Abschluss ein Bühnenspiel in der Mehrzweckhalle: Das musikalische Potenzial der Stadt Hückelhoven kann sich sehen und vor allem hören lassen.

Wers nicht glaubte, konnte sich beim Stadtmusikfest am Wochenende vom Gegenteil überzeugen lassen.

„Goldene Trompeten” heißt ein Stück des Komponisten Antonin Borovicka. Eigentlich hätte der Mann sein Werk gleich „Goldene Querflöten” nennen können.

Das Trommler- und Pfeiferkorps Kleingladbach hat zwar keine Blechbläser in seinen Reihen, aber mit den „Goldenen Trompeten” vermochten die Musiker unter der Leitung von Jakob Aretz zu Beginn des Freitagskonzertes in der Hückelhovener Aula das Eis zu brechen.

Rund 400 Zuhörer konnten sich über ein dreistündiges Musikerlebnis der Extraklasse freuen. Denn das Freitagskonzert hat einen entscheidenden Vorteil: Weil so viele Vereine aus dem Stadtgebiet mitmachen, ist nahezu für jeden musikalischen Geschmack etwas dabei.

Da fiel es leicht, dem Rat der Moderatoren Karin und Hermann-Josef Knur zu folgen: „Genießen Sie ein paar Stunden Entspannung und Fröhlichkeit”.

Nach den robust-zackigen Märschen des Trommlerkorps wurde der Lautstärkepegel eine ganze Ecke zurückgeschraubt. Bei den drei Hückelhovener Kirchenchören St. Johannes der Täufer Ratheim sowie St. Lambertus und St. Barbara (Hückelhoven) dominierten sanfte und vor allem harmonische Melodien, die aber nicht zwangsläufig eine melancholische Stimmung verbreiteten.

So überraschten die Sängerinnen und Sänger, dirigiert von Kantor Georg Lechner und begleitet vom Pianisten René Rolle, ihr Publikum schon mal mit verschmitzten lautmalerischen Effekten à la „Schnibedibib bib bib”.

Wenn sich vier Musikvereine mit mehreren Dutzend Instrumentalisten zusammentun, entsteht ein beeindruckender Klangkörper. Gut, wenn man dann einen Dirigenten wie Jan Vleugels hat, der diesem Orchester wahrhaft imposante Klänge entlocken kann - wie etwa die „Olympic Fanfare” oder das geheimnisvoll-orientalische „Der Fluch des Tuankhamuns”.

Zu guter Letzt gabs noch einen Stilwechsel: Das Mandolinenorchester „Rurperle” hatte unter anderem Auszüge aus den Operetten „Gasparone” und „Schwarzwaldmädel” im Repertoire.