Wassenberg/Wegberg: Goldene Ente fliegt über Krautmachers Schnäuzer

Wassenberg/Wegberg : Goldene Ente fliegt über Krautmachers Schnäuzer

Wenn am kommenden Donnerstag, 9. August, um 19.30 Uhr die Goldene Schlemmer-Ente von der Stadt Wassenberg und unserer Zeitung bei der offiziellen Eröffnung des viertägigen Schlemmer-Marktes Rhein-Maas auf dem Wassenberger Roßtorplatz an Höhner-Frontmann und Kochbuch­autor Hennig Krautmacher verliehen wird, dann kommt die Auszeichnung auch diesmal wieder aus der Wegberger Goldschmiede Simons in die Nachbarstadt „geflogen“.

Auf Grundlage eines Entwurfs von Christian Walter hat der in der Wegberger Passage Alt Berk beheimatete Goldschmiedemeister und Schmuckgestalter Roland Simons die Goldene Schlemmer-Ente wieder in bewährter Manier in einem Gussverfahren in 925er Sterling-Silber gefertigt. Die Ente hat aber stets auch eine ganz auf den Preisträger abgestimmte individuelle Note. Und beim Blick auf Henning Krautmacher war dem Goldschmied natürlich sofort der markante Schnäuzer ins Auge gesprungen.

„Ein Schnäuzer ist etwas sehr Individuelles“, hat Krautmacher selbst einmal in einem Interview gesagt. „Er wächst so, wie er wächst. Ich kann mich nicht ­erinnern, jemals keinen gehabt zu haben.“ Und als in der Domstadt vor Jahren einmal der schönste Schnäuzer Kölns gekürt wurde, trug der populäre Krautmacher in der Umfrage prompt den Sieg ­davon.

So lässt Roland Simons die Goldene Schlemmer-Ente 2018 also über einen Schnäuzer fliegen — über Krautmachers Schnäuzer. Dieser wirke „gewollt natürlich gewachsen“, urteilt Simons über den Oberlippenbart des Preisträgers. ­Simons zeigt sich davon angetan, dass Krautmacher seinen Schnäuzer „ursprünglich gelassen“ habe. Obwohl: Krautmacher hat schon einmal zugegeben, doch mit Creme ein wenig nachzuhelfen, damit der Schnäuzer steht wie eine Eins, „dat et immer aussieht, als dät ich laache“.

Der Schnäuzer unter der Goldenen Schlemmer-Ente ist in der Goldschmiede entstanden, nachdem eine Skizze auf massives Silberblech übertragen worden war. Der Schnäuzer wurde dann von Hand ausgesägt, verfeilt, mit Punzen in Form gebracht. Mit Hilfe einer Kittkugel und feinen Ziselierpunzen konnten Linien aufgearbeitet werden, dem Schnäuzer quasi Leben eingehaucht werden.

Schließlich traten die Ente, die sie umgebenden Wolken und der Schnäuzer die Reise nach Idar-Oberstein an, um dort ein galvanisches Bad zu nehmen. So ­erhielt die Ente ihre „Haut“ aus 750er Gelbgold. Und so erhielten Schnabel und ­Augen, Flügelpartien und Entenfüße ebenso wie die Wolken Silberglanz, indem sie rhodiniert wurden. Und der Schnäuzer wurde in der Galvanik mit Feinsilber veredelt — eben wirklich ein ganz besonderer Schnäuzer! (disch)

Ein Interview mit Preisträger Henning Krautmacher können Sie in unserer Montagausgabe auf der Seite Region & NRW lesen.

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