Wassenberg: Gleichklang jung gebliebener Herzen

Wassenberg : Gleichklang jung gebliebener Herzen

Eine Erweiterung des musikalischen Angebotes in der Musica sacra führte vor zehn Jahren zur Gründung des „Jungen Chores Wassenberg” an der Georgs-Kirche durch den damaligen, langjährigen Propsteiorganisten und Chorleiter Arno Plümäkers.

Die jungen Leute von damals gingen, auch beruflich bedingt, neue, von Wassenberg wegführende Wege.

Geblieben ist ein Stamm, um den sich jetzt unter Leitung von Vincent Heitzer wieder ein zunehmend verstärktes Ensemble bildet, das die Zielsetzung von 1992 mit neuem Leben erfüllt.

Beim Jubiläumskonzert zum Zehnjährigen in der gut gefüllten Propsteikirche überraschte besonders, dass von den damaligen Mitbegründern einige sogar weite Anfahrten nicht scheuen, um in diesem Kreis weiter mitzusingen.

Ganz besonders erfreulich war die kollegiale Mitwirkung des „Jungen Chores Hünshoven”, der ebenfalls zehn Jahre besteht und durch seine personelle und stimmliche Präsenz dem Konzert einen zusätzlichen Stempel aufdrückte.

Die Besucher im Kirchenraum waren begeistert von einem Konzert, das nicht frischer und mitreißender hätte sein können. Bei allem mitreißenden Rhythmus blieb immer bewusst, dass man in einer Kirche war und nicht auf einer „Show-Bühne”.

Der Junge Chor Wassenberg wählte vorwiegend deutsche Texte der neuen geistlichen Musik im schönen Wechsel schneller und swingender Rhythmen. Vincent Heitzer hatte seinen Chor voll im Griff. Sowohl als Chorleiter wie als Tenor-Sänger und als Begleiter (auch des Hünshovener Jungen Chores) am E-Piano.

An der Querflöte wirkten Nicole Bontenbroich und Anna Marckus, an der E-Gitarre Bernhard Kozikowski, am E-Bass Arno Schmitz und am Schlagzeug Günter Jöris mit.

Der Solo-Auftritt von Mutter Sarah und Tochter Inge Coert unterstrich noch den Eindruck, dass es im „Jungen Chor Wassenberg” nicht auf die Jahreszahl des Alters ankommt, sondern auf den Gleichklang junger und jung gebliebener Herzen. Mit liebreizender Stimme überzeugte Barbara Schnyder, feinfühlig begleitet von Vincent Heitzer.

Was aus dem „Jungen Chor Wassenberg” bei Aufstockung durch einige Männerstimmen noch werden kann, erfuhren die begeisterten Zuhörer beim Auftritt des „Jungen Chores Hünshoven” unter Leitung von Maria Slagboom, einer dynamischen Chorleiterin der Sonderklasse.

Der homogen besetzte Chor schon erfahrener Sänger und Sängerinnen verfügt auch über Solisten wie Jürgen Küppers und Elfi Tholen, die in Stimmführung und Übereinstimmung überzeugten. Vor allem der wunderbar swingende Blues-Rhythmus begeisterte die Zuhörer. Die meisten Titel singt der Hünshovener Chor in Englisch, in Anlehnung an die großen Originale der Gospel-Gesänge.

Beim gemeinsamen Schlussgesang beider Chöre begeisterte am meisten das „Gebet des heiligen Franziskus”. Es hinterließ einen tiefen Eindruck.

Die Sprecher des Jungen Chores Wassenberg bedankten sich für die Mitwirkung der Freunde aus Hünshoven. Herzliche Dankesworte galten Vincent Heitzer und nicht zuletzt Arno Plümäkers, „ohne den wir heute hier nicht singen würden”.

Propst Rainer Mohren hatte bei der Begrüßung auf die Bedeutung dieser anderen, dem Lobe Gottes gleichwohl dienenden Musica sacra hingewiesen.

Die Freude am gemeinsamen Singen sei auch die Aufforderung zum gemeinsamen Beten.

Gottes Lied sei immer wieder neu; es erfinde immer wieder neue Melodien - im Kirchenchor und im Jungen Chor.