Birgelen: Glanzpunkte am laufenden Band: „Birjele alaaf”

Birgelen : Glanzpunkte am laufenden Band: „Birjele alaaf”

Deftiger, feinsinnig verpackter, klassisch-angehauchter, aber immer fröhlich-heiterer Humor: Das verbirgt sich hinter „Birjele alaaf” auf der Bühne des zweimal proppenvollen Pfarrheimes nun schon seit mehr als drei Jahrzehnten.

Dieser Birgelener Karneval in einer ausgesprochenen starken Zuwachsgemeinde ist auch eine ideale Börse, bei der Zugewanderte einen Einstieg in die Dorfgemeinschaft finden, und das im Parkett wie auf der Bühne.

Nicht von ungefähr kommen viele Gastvereine zu den Birgelener Frauensitzungen, allen voran der MKV Sankhas Myhl mit fast vollem Programm und allen Stars, den Barbershop-Playbackisten „The Comedians” und dem skurilen Männerballett, die KG Kongo Wassenberg mit allem Glitzer und tänzerischem Prunk, das Männerballett des UKV Orsbeck, das Ballett von „Brühl Olé” und nicht zuletzt die stämmigen Birgelener „Bassisten” aus dem Kirchenchor, die als „singende Dorfschöne” die unterschiedlichsten „Frauentypen” mit tiefster Stimmlage markierten.

Irmgard Beckers als Sitzungsleiterin hielt an beiden langen Abenden die Fäden souverän in der Hand. Maria Thissen, seit vielen Jahren unermüdlich dabei, trat diesmal in die Bütt: als Gewinnerin eines Kleinautos, die führerscheinlos einfach losbraust und die tollsten Dinger erlebt.

„Body und Schmal” in Gestalt von Sofie Mönius und Andrea Wickerath entpuppten sich als ideales Duo mit allerlei Kokolores in toller Manier, das auf dem besten Wege ist, den unvergessenen Stars Friedchen Bergmann und Maria Brzakalla nachzueifern.

Von burlesk bis glamourös: die verschiedenen Tanzshows. Alle mit tollen Ideen, Kostümen und viel Aktion, die liebevolle, oft monatelange Vorbereitung ahnen lassen.

„Ketch up” in schwarz-weißer Lichtoptik war präzise und synchron - eine wahre Augen- und Ohrenweide der sieben Damen, die, allesamt nicht mehr die Allerjüngsten, figürlich noch ohne weiteres zu Wettbewerben antreten könnten.

Eine deftige Heiterkeitsnummer ersten Ranges: der „Schützenzug” der sechs Damen in ausgeliehenen Schützenuniformen bis hinauf zum Rang des Generalfeldmarschalls mit roten „Spiegeln”. Gertrud Hummen als majestätische Schützenköniging am Arm der kleinwüchsigen Königin und Kaiserin Erika Sanders - ein Paar zum Totlachen.

„Mutter, ich suche einen lieben Mann” verkündete die aktionsreiche Gesangs- und Tanznummer im Playback um Waltraud Erdner. Als „Straßenmusikanten” waren die Fußballfrauen zum elften Male in Hochform (Leitung: Sandra Miksa). Da blieb nur noch der „Elsumer Weg” - seit Jahren ein Markenzeichen des Birgelener Frauenkarnevals.

Diesmal kamen sie als „Scottish Royals” in Schottenkostümen mit Dudelsack und einer 100-jährigen „Queen Mum”, verkörpert von Maria Conradi. Der Spaß sprengte alle Grenzen. Immerhin wirken hier zehn Damen mit, die phantastisch zusammen passen und -gehören.

DenVogel schossen als Büttenrednerinnen die Geschwister Ruth Jansen und Brigitte Minkenberg ab, im Solo wie im Duo. Ruth Jansen karikierte die „Schützenschwestern”, das Aushängeschild der Birgelener Prachtaufzüge zu vielen Gelegenheiten - diesmal in ausgeliehenen Kostümeinzelteilen.

Brigitte Minkenberg als „Günter vom Bauhof” kannte sich aus im Einsatzwesen öffentlicher Dienste mit Garantie- und Rentibilitätsnachweis.

Beide herrlichen Vorträge wurden aber noch gekrönt vom Duo „Klarinettist und Professor”: Die eine treu-döflich, aber raffiniert-witzig, die andere als bildungsbesessener Alte-Sprachen-Professor und „Literaturkenner”, der dauernd missverstanden wird. Den Sieg trug der pfiffige Klarinettiest davon. Er bewies dem Professor, „was die Uhr geschlagen hat!”