Waldfeucht: Gitarrenfestival mit New Yorker Star Adam Rafferty

Waldfeucht : Gitarrenfestival mit New Yorker Star Adam Rafferty

In New York ist er ein Star, aber auch im kleinen Waldfeucht gefiel es dem Gitarristen Adam Rafferty sichtlich gut. Dort begrüßte ihn Theo Krings, Direktor des internationalen Heinsberger Gitarrenfestivals, gerne, ist Waldfeucht doch seine Heimatgemeinde.

Mehr noch setzte das ­Festival mit dem Konzert in Waldfeucht einen Meilenstein in seiner zehnjährigen Geschichte: Zum ersten Mal fand eines der Konzerte in der Gemeinde Waldfeucht statt. Und zudem kooperierte das Heinsberger Festival in diesem Jahr zum ersten Mal offiziell mit dem Aachener Festival „Spegtra“. Krings schloss seine Begrüßung mit dem ausdrücklichen Dank an Johannes Blank und das Team der Gemeindeverwaltung, das bei der Herrichtung der Bürgerhalle kräftig mit angepackt hatte.

Schließlich bat Krings Csaba Székely auf die Bühne, nicht nur Leiter des Aachener Gitarren-Orchesters, sondern auch Arrangeur der meisten Stücke, die das eigens für dieses Konzertereignis zusammengestellte Orchester einstudiert hatte. Zum Abschluss der Mini-Tournee sei man nach Waldfeucht gekommen, scherzte Székely mit Blick auf das erste Konzert mit gleichem Programm am Vorabend in Kornelimünster.

Dass es wieder ganz anders klingt, wenn nicht nur eine Gitarre oder eine kleine Gruppe von Gitarren erklingt, sondern knapp 60 von Gi­tarristen der Musikschulen aus ­Aachen, Heinsberg und Mönchengladbach im Einsatz sind, davon konnte sich das Publikum dann sehr schnell überzeugen.

Schon mit dem ersten Stück, „Every ­Breath You Take“ von Sting, überzeugte das große Orchester sein Publikum ebenso wie mit „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock. Und immer wieder wurden Székely und auch Rafferty im Laufe des Abends dem Konzerttitel „Let‘s groove“ mit ihren eigenen Soli und ihren individuellen Interpretationen der Stücke gerecht, deren ­Basismelodie das Orchester im Hintergrund so lange „aushielt“.

Wie gut sich Orchester und Dirigent auch mit den Musikern verstanden, die nicht aus Aachen stammten und sich nur während eines Probenwochenendes kennengelernt hatten, wurde besonders bei Stücken wie „Billy Jean“ von Michael Jackson deutlich. Da war der Ausklang nicht laut, sondern der Regler wurde quasi ganz, ganz langsam nach unten geschoben wurde, ohne dass auch nur ­eines der etwa 60 Instrument sich da noch einmal allein „zu Klang“ gemeldet hätte.

Richtig „groovig“ ging es dann im zweiten Teil des Abends weiter, als sich Rafferty mit dem jungen Mönchengladbacher Gitarristen Leonhard Küppers, Preisträger von „Jugend musiziert“ und Mitglied des Gitarrentrios „Trio Grande“ quasi „duellieren“ durfte, erneut natürlich sehr zur Freude des Publikums. Vicente Bögeholz, Leiter von „Spegtra“, dankte zum Abschluss seine, Heinsberger Kollegen, Direktor Theo Krings, aber auch dem künstlerischen Leiter des Heinsberger Festivals, Roman Viazovskiy, der sich im Orchester „versteckte“, sich am Ende allerdings auch ein eigenes, kleines Solo gönnte.

„Das war eine super Zeit“, erklärte Bögeholz unter großem Applaus des Publikums. „Ich würde mich freuen, wenn wir wieder einmal etwas gemeinsam veranstalten könnten.“