Heinsberg: Gitarrenbauer schenkt Finalistin teures Instrument

Heinsberg : Gitarrenbauer schenkt Finalistin teures Instrument

Schon im Vorfeld des ersten Heinsberger Gitarrenfestivals in 2005 gab es Berichte über ein neues „Supertalent” in Russland. Mit der jungen Anastasija Bredis gab es in Moskau offenbar jemanden, der selbst unter den kritischen Insidern in diesem an musikalischen Höchstbegabungen reichen Land für erhebliches Aufsehen sorgte.

Die erst 20-Jährige trat in Heinsberg zu ihrem ersten großen internationalen Wettbewerb an und schaffte es auf Anhieb als Jüngste in das hochkarätige Finale. Das sollte Folgen haben. Im Auditorium waren auch einige weltweit renommierte Gitarrenbaumeister vertreten.

Nach dem Wettbewerb wurden daher neben dem Vortrag der Finalisten und dem Votum der Jurys natürlich auch der Klang und die Tragfähigkeit der unterschiedlichen Gitarren heiß diskutiert. Soweit es Anastasija Bredis anging, war man sich dabei schnell einig: Mit ihrer Gitarre hatte sie in diesem Weltklassefeld eigentlich keine Chance.

Noch lange nach dem Finale gärte das Problem offenbar auch in Kopf und Herz von Gitarrenbauer Karl-Heinz Römmich weiter, bis der sich schließlich völlig unerwartet bei Roman Viazovskiy meldete. Dem überraschten künstlerischen Leiter des Festivals erklärte er, dass ein solches Handicap ausgerechnet für eine Künstlerin, die ihn bewegt habe wie lange niemand mehr, für ihn schlicht unerträglich sei. Er habe sich deshalb entschlossen, Anastasija eines seiner Top-Instrumente im Wert von 7500 Euro zu schenken.

Damit löste er in Heinsberg und Moskau nicht nur riesige Freude, sondern auch gehöriges Staunen aus, zählt Römmich doch zu den absoluten Stars der Szene.