Kreis Düren: Gewerkschaft spricht sich gegen Ramschpreise aus

Kreis Düren : Gewerkschaft spricht sich gegen Ramschpreise aus

2,19 Euro für 600 Gramm Nackensteak? Mit Blick auf die Grillsaison im Kreis Düren warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor Ramschpreisen beim Fleisch. Rabattschlachten in den Supermärkten gefährdeten nicht nur die Qualitätsstandards bei Schwein, Rind und Geflügel.

„Auch Jobs sind bedroht, wenn immer mehr und immer billiger produziert wird“, sagt Diana Hafke von der NGG Aachen. Nach Angaben der Arbeitsagentur sichert die Fleischverarbeitung rund 250 Arbeitsplätze im Kreis Düren. In Fleischereien und Metzgereien kommen allein im Verkauf noch einmal 150 Jobs hinzu.

„Von der Aufzucht im Stall bis zur Zerlegung im Schlachtbetrieb — Fleisch ist in der Herstellung extrem aufwendig. Allein für ein Kilo Rindfleisch sind in der Produktion 15.000 Liter Wasser nötig“, macht Hafke deutlich. Das müsse sich aber auch am Preis zeigen.

Faire Mindestpreise

Statt auf das Billig-Prinzip zu setzen, sollten Discounter mit gutem Beispiel vorangehen und sich zu fairen Mindestpreisen bekennen. „Und auch Verbraucher haben die Wahl. Die Packung Bratwürste sollte dem Käufer schon mehr wert sein als ein Bund Bananen“, sagte Hafke. Mit Sorge beobachtet die NGG zugleich den Trend, dass Firmen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung auf Niedriglöhne setzten. Auch dies habe direkt mit dem Preiskampf zu tun.

„Häufig werden Subunternehmer aus dem Ausland engagiert, die ihren Beschäftigten teils sogar den Mindestlohn vorenthalten“, erklärt Hafke. Regelmäßig decke der Zoll organisierte Schwarzarbeit auf. Die NGG Aachen fordert verpflichtende Branchen-Standards: „Nur wer eine Ausbildung hinter sich hat, sollte schlachten und Fleisch zerlegen dürfen. Und diese anstrengenden Jobs müssen auch vernünftig bezahlt werden.“